Forsttag mit effizienter Waldpflege

Dazu erklärte LK-Präsident Josef Moosbrugger: „Die zukünftigen Herausforderungen für uns Waldbesitzer/-innen sind enorm. Die Durchführung einer kostengünstigen und effizienten Waldpflege ist daher ein wesentlicher Faktor zur Bewältigung der auseinandergehenden Kostenschere“, und weiter: „Eine riesige Herausforderung für den Wald ist der Klimawandel. Extremereignisse und die Kalamitätengefahr nimmt auch bei uns in einem sehr ungemütlichen Ausmaß zu. Mit den klimatischen Veränderungen kommen die Wälder, die weit über 100 Jahre am gleichen Standort wachsen müssen, überhaupt nicht mit. Was sollen wir also machen, wie schaut das Klima in 100 bis 150 Jahren aus? Wir meinen, dass eine möglichst hohe Vielfalt von Baumarten in den Bestandesstrukturen ein gangbarer Weg für stabile und resiliente Wälder ist. Zu diesen Baumarten gehören auch einige sogenannte Gastbaumarten, wie z. B. die Douglasie, die Schwarznuss, die Roteiche und andere. Natürlich nicht in Reinbeständen, aber auch nicht mit bürokratischer Bewilligung durch den Naturschutz. Alle Baumarten, die im Österreichischen Forstgesetz enthalten sind, müssen möglich sein.“
Holzmarktentwicklung
Sehr herausfordernd ist auch die Holzmarktentwicklung. Eine leichte Entspannung hat es im Winterhalbjahr gegeben. Zusammen mit dem gefrorenen Boden hat dies zu einer entsprechenden Einschlagsbelebung geführt. Das ist erfreulich, aber die Aufwände bei der Waldbewirtschaftung sind mit der „Teuerung“ der letzten Jahre noch mehr gestiegen, die Kostenschere geht auseinander. Das sollte auf Dauer nicht so weitergehen, sonst gehen nicht mehr viele in den Wald, um Holz zu schlagen.
„Mit dem verstärkten Bedarf an Neu- und Ausbau von Holzheizwerken erwarten wir eine Belebung in diesem Markt. Bis 2040 will das Land im Wärmebereich komplett aus Öl und Gas aussteigen. Da müssen noch riesige Mengen aus erneuerbaren Energiequellen kommen“, so Thomas Ölz. Die Holzbiomasse kann nach der Brennholzstudie des Landes aus dem Jahre 2023 eine wichtige Rolle spielen. Im Nutzholzabsatz kommt uns aufgrund des Klimawandels mittelfristig die Abnahme der Nadelholzvorräte in Europa wahrscheinlich entgegen.
Aufgrund der Höhenlage werden bei uns noch relativ hohe Nadelholzvorräte möglich sein. Das steigert die Nachfrage nach unserem Nadelholz und macht unseren Standort für Sägewerke wieder viel interessanter.
„Mit dem verstärkten Bedarf an Neu- und Ausbau von Holzheizwerken erwarten wir eine Belebung in diesem Markt. Bis 2040 will das Land im Wärmebereich komplett aus Öl und Gas aussteigen. Da müssen noch riesige Mengen aus erneuerbaren Energiequellen kommen“, so Thomas Ölz. Die Holzbiomasse kann nach der Brennholzstudie des Landes aus dem Jahre 2023 eine wichtige Rolle spielen. Im Nutzholzabsatz kommt uns aufgrund des Klimawandels mittelfristig die Abnahme der Nadelholzvorräte in Europa wahrscheinlich entgegen.
Aufgrund der Höhenlage werden bei uns noch relativ hohe Nadelholzvorräte möglich sein. Das steigert die Nachfrage nach unserem Nadelholz und macht unseren Standort für Sägewerke wieder viel interessanter.
Effiziente Waldpflege
Es gibt bei uns leider nicht nur Plenterwälder, die keine klassische Waldpflege benötigen, sondern auch einige Bestände, die auf Windwurfflächen oder auf landwirtschaftlichen Flächen sehr gleichmäßig mit wenig Mischung entstanden sind. Für die braucht es einfache und kosteneffiziente Maßnahmen, um deren Stabilität und deren Zuwachs zu sichern. Nach Bezirksforsttechniker DI Peter Feuersinger, der über „Waldbauliche Schwerpunkte in Hochrisikobeständen in der Waldregion Nord“ referierte, geht es grundsätzlich um Resistenz und Resilienz. Einerseits ist für ihn die Widerstandsfähigkeit wichtig, und andererseits geht es darum, dass sich Bestände möglichst schnell nach einer Störung regenerieren können. Er wies besonders auf das Angebot der Waldaufseher/-innen hin, ein individuelles Waldbehandlungskonzept erstellen zu lassen. Andreas Fisel, Forstberater beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kempten, erklärte die Vorgangsweise in Beständen bis und über „Maßkrugstärke“ (14 cm BHD). Ganz wichtig: Im Unterschied zu anderen Pflegemaßnahmen wird nicht die ganze Fläche bearbeitet, sondern es wird im Abstand von etwa acht bis zwölf Metern gearbeitet. Die Auslesekriterien sind die Baumart, um die Mischung zu erhöhen, und die Vitalität. Von den Auslesebäumen werden dann die stärksten ein bis zwei Bedränger entnommen. Auf den restlichen Flächen wird nichts gemacht. Damit wird der Aufwand gesenkt. Theoretisch wäre eine Wiederholung alle fünf Jahre angedacht. Die Eingriffsstärke sollte aber schon etwas stärker ausfallen, sodass maximal alle zehn Jahre eingegriffen werden muss. Der weitaus größte Fehler ist, wenn gar nichts gemacht wird. Dann leiden Stabilität und Resilienz, aber auch der Zuwachs.
Vorgansweise Waldpflegeangebot
- Der/die Waldbesitzer/-in nimmt Kontakt mit der zuständigen Waldaufseher/-in auf und vereinbart einen Lokalaugenschein.
- Der/die Waldaufseher/-in erarbeitet mit dem/der Waldbesitzer/-in ein individuelles Waldbehandlungskonzept inkl. Fördermöglichkeiten und möglichen Holzakkordanten. Der Holzverkauf wird meist über den Waldverband abgewickelt.
- Der/die Waldbesitzer/-in stimmt zu, und die Waldpflegemaßnahme wird umgesetzt.