Ein neues Kapitel in der Gärtnerei Ludescher
Am Dorfrand von Klaus, wo die Ebene allmählich in einen Hügel übergeht, liegt ein kleines Garten-, Blumen- und Kräuterparadies: die Gärtnerei Ludescher. Auf ca. 1,2 Hektar und in zehn Gewächshäusern wachsen hier Schnittblumen, Topfpflanzen, Salatsetzlinge, Kräuter und Stauden. Was draußen gedeiht, wird im Verkaufsraum liebevoll präsentiert: Die Blütenpracht zeigt sich von kunstvoll gebundenen Sträußen bis zu kräftig blühenden Topfpflanzen. Die Gärtnerei wurde 1963 von Hubert und Gertrud Ludescher gegründet und kürzlich von den Brüdern Mathias und Tobias Ludescher in dritter Generation übernommen – als einer der größten Gartenbaubetriebe des Landes.

"Gärtnerei ist sein Lebenswerk"
Am 1. Jänner 2025 übergab Stephan Ludescher an seine Söhne. Auch wenn der formale Prozess noch nicht abgeschlossen ist, führen die beiden den Betrieb bereits seit Jahresbeginn. „Unser Vater hat wegen Krankheitsausfällen bisher oft mitgearbeitet. Das hat ihm Spaß gemacht – vor allem, weil die Verantwortung nun bei uns liegt“, erzählt Tobias und fügt hinzu: „Die Übergabe war für ihn trotzdem nicht leicht: Die Gärtnerei ist sein Lebenswerk, das lässt man nicht so einfach los. Aber er sagt: ‚Man kann es nicht mitnehmen.‘ Für diese Einstellung sind wir dankbar.“
Für die beiden neuen Chefs waren die ersten Monate herausfordernd: Der Frühling ist in der Gärtnerei ohnehin eine der intensivsten Zeiten und heuer kamen noch die Aufgaben ihres Vaters hinzu. Doch auch diese anspruchsvolle erste Zeit haben die beiden gut gemeistert. Wenn sie möchten, können sie den Senior jederzeit um Rat fragen, er hält sich aber bewusst im Hintergrund. Das heißt: Er lässt seine Söhne ihre eigenen Erfahrungen machen – inklusive Fehlern.
Für die beiden neuen Chefs waren die ersten Monate herausfordernd: Der Frühling ist in der Gärtnerei ohnehin eine der intensivsten Zeiten und heuer kamen noch die Aufgaben ihres Vaters hinzu. Doch auch diese anspruchsvolle erste Zeit haben die beiden gut gemeistert. Wenn sie möchten, können sie den Senior jederzeit um Rat fragen, er hält sich aber bewusst im Hintergrund. Das heißt: Er lässt seine Söhne ihre eigenen Erfahrungen machen – inklusive Fehlern.
Bio-Produktion
Sowohl Mathias als auch Tobias haben ihre Gärtnermeisterausbildung in Heidelberg absolviert. Dort wird besonders viel Wert auf biologische Produktion gelegt. „Für uns war das einfach richtig“, sagt Tobias. Denn die Gärtnerei Ludescher produziert in einigen Bereichen bereits seit mehreren Jahren nach biologischen Kriterien, etwa bei Erde, Dünger und Saatgut. Alle essbaren Pflanzen werden seit Längerem vollständig biologisch hergestellt, und das entsprechende Zertifikat wurde bereits ausgestellt. Nur die offizielle Bio-Vermarktung steht noch aus. Sie wird aber bald starten. „Alles, was essbar ist, soll die höchstmögliche Qualität bieten“, erklärt Tobias.
Auch bei der Pflanzenpflege setzt die Gärtnerei Ludescher auf natürliche Methoden: Homöopathische Mischungen helfen, Pflanzen gegen Pilzkrankheiten zu stärken, und der Einsatz von Knoblauch dient als natürlicher Schädlingsschutz. Grundsätzlich achten die Ludeschers darauf, die Pflanzen widerstandsfähig gegen Schädlinge zu machen. Falls dennoch Schädlingsbefall auftritt, kommen biologische Pflanzenschutzmittel und Nützlinge zum Einsatz. Marienkäferlarven vernichten zum Beispiel einige Blattläuse.
Auch bei der Pflanzenpflege setzt die Gärtnerei Ludescher auf natürliche Methoden: Homöopathische Mischungen helfen, Pflanzen gegen Pilzkrankheiten zu stärken, und der Einsatz von Knoblauch dient als natürlicher Schädlingsschutz. Grundsätzlich achten die Ludeschers darauf, die Pflanzen widerstandsfähig gegen Schädlinge zu machen. Falls dennoch Schädlingsbefall auftritt, kommen biologische Pflanzenschutzmittel und Nützlinge zum Einsatz. Marienkäferlarven vernichten zum Beispiel einige Blattläuse.
Technik für Effizienz und Ressourcenschonung
In der Gärtnerei Ludescher wird also sehr naturnah produziert, gleichzeitig wird aber auch moderne Technik genutzt. Diese unterstützt nicht nur die Effizienz, sondern hilft dabei, Ressourcen zu schonen – und passt somit gut zur nachhaltigen, naturnahen Ausrichtung des Betriebs. Beispielsweise arbeiten Ludeschers mit geschlossenen, automatischen Bewässerungssystemen: Das Wasser, das die Pflanzen nicht aufnehmen, läuft zurück und wird wiederverwendet. Auch das Ebbe-Flut-Bewässerungssystem hilft beim Wassersparen. Verwendet wird fast ausschließlich Regenwasser, das in drei unterirdischen Sammelbecken gespeichert wird.
Das wichtigste technische Hilfsmittel ist der Klimacomputer. Er steuert Temperatur, Licht und Sprühanlagen in den Gewächshäusern. Die Betreiber geben dafür Sollwerte ein, etwa die gewünschte Temperatur in einem Gewächshaus. Ist zum Beispiel ein Maximalwert von 18 Grad eingestellt und er wird überschritten, setzt das System automatisch eine kühlende Maßnahme. Wie viel Arbeit der Klimacomputer abnimmt, zeigt folgendes Beispiel: In einem Gewächshaus mit Niederglaskästen muss händisch gelüftet werden, was täglich eine Stunde Arbeit in Anspruch nimmt. In den anderen Gewächshäusern macht das alles der Klimacomputer.
In den vergangenen Jahren haben Ludeschers ihren Energiebedarf durch verschiedene Maßnahmen fast halbiert. So werden die Gewächshäuser im Winter mit Noppenfolien isoliert, und Energieschirme helfen, Heizenergie einzusparen. Eine PV-Anlage liefert fast den gesamten benötigten Strom. „Bei unserem Verbrauch ist die Anlage in sechs bis sieben Jahren amortisiert“, erklärt Tobias.
Das wichtigste technische Hilfsmittel ist der Klimacomputer. Er steuert Temperatur, Licht und Sprühanlagen in den Gewächshäusern. Die Betreiber geben dafür Sollwerte ein, etwa die gewünschte Temperatur in einem Gewächshaus. Ist zum Beispiel ein Maximalwert von 18 Grad eingestellt und er wird überschritten, setzt das System automatisch eine kühlende Maßnahme. Wie viel Arbeit der Klimacomputer abnimmt, zeigt folgendes Beispiel: In einem Gewächshaus mit Niederglaskästen muss händisch gelüftet werden, was täglich eine Stunde Arbeit in Anspruch nimmt. In den anderen Gewächshäusern macht das alles der Klimacomputer.
In den vergangenen Jahren haben Ludeschers ihren Energiebedarf durch verschiedene Maßnahmen fast halbiert. So werden die Gewächshäuser im Winter mit Noppenfolien isoliert, und Energieschirme helfen, Heizenergie einzusparen. Eine PV-Anlage liefert fast den gesamten benötigten Strom. „Bei unserem Verbrauch ist die Anlage in sechs bis sieben Jahren amortisiert“, erklärt Tobias.
Am neuesten Stand
Die moderne und nachhaltige Technik geht größtenteils auf seinen Vater Stephan zurück. „Er hat immer versucht, am neuesten Stand zu sein und hat aufgerüstet. Wir spüren deshalb keinen Druck, jetzt gleich groß zu investieren oder umzubauen“, sagt der junge Gärtnermeister.
Für die Übergabe war zudem von Vorteil: Der Vater hat seine Söhne schon seit Jahren ihre eigenen Ideen einbringen und umsetzen lassen. So haben sie etwa versiegelte Flächen eines Gewächshauses zurückgebaut und Fruchtgemüse ins Sortiment aufgenommen. „Eine Übergabe ist ein Prozess, der Schritt für Schritt und nicht von heute auf morgen passiert“, erklärt Mathias.
Seit der offiziellen Übernahme haben Mathias und Tobias nun ihre erste Veränderung in eigener Verantwortung geplant: Die Kübelpflanzen, die die Gärtnerei bisher verkauft hat, werden künftig aus dem Sortiment gestrichen. „Kübelpflanzen bekommt man am Eingang jedes Baumarkts, und wir müssen sie teurer einkaufen als der Baumarkt. Das rentiert sich nicht mehr. Manchmal muss man einen Schritt zurücktreten, wenn man erkennt, dass es keinen Sinn mehr macht“, erklärt Tobias.
Wie reagiert der Senior darauf? Während andere Betriebsübergeber Veränderungen schwer verkraften und sie persönlich nehmen, lehnt sich Papa Ludescher zurück und überlässt seinen Söhnen die Entscheidung.
Für die Übergabe war zudem von Vorteil: Der Vater hat seine Söhne schon seit Jahren ihre eigenen Ideen einbringen und umsetzen lassen. So haben sie etwa versiegelte Flächen eines Gewächshauses zurückgebaut und Fruchtgemüse ins Sortiment aufgenommen. „Eine Übergabe ist ein Prozess, der Schritt für Schritt und nicht von heute auf morgen passiert“, erklärt Mathias.
Seit der offiziellen Übernahme haben Mathias und Tobias nun ihre erste Veränderung in eigener Verantwortung geplant: Die Kübelpflanzen, die die Gärtnerei bisher verkauft hat, werden künftig aus dem Sortiment gestrichen. „Kübelpflanzen bekommt man am Eingang jedes Baumarkts, und wir müssen sie teurer einkaufen als der Baumarkt. Das rentiert sich nicht mehr. Manchmal muss man einen Schritt zurücktreten, wenn man erkennt, dass es keinen Sinn mehr macht“, erklärt Tobias.
Wie reagiert der Senior darauf? Während andere Betriebsübergeber Veränderungen schwer verkraften und sie persönlich nehmen, lehnt sich Papa Ludescher zurück und überlässt seinen Söhnen die Entscheidung.
In Vaters Sinne - aber auf die eigene Art
Die Übergabe bei Ludeschers ist ein Beispiel, wie ein Generationswechsel reibungslos verlaufen kann. Tobias und Mathias sind sich einig: Entscheidend dafür sind der Mut zum eigenen Weg, ein klarer Zeitplan und offene, regelmäßige Gespräche. Bei ihnen fiel der Startschuss für die Übergabe schon vor sieben Jahren. Dass Vater Stephan seine Vorstellungen in dem Prozess klar geäußert, aber gleichzeitig Freiraum für eigene Entscheidungen gelassen hat, betrachten die Brüder als einen wichtigen Beitrag zum Gelingen. Heute führen sie den Betrieb in Vaters Sinne weiter – und doch auf ihre ganz eigene Art.
Gärtnerei Ludescher
In der Gärtnerei Ludescher in Klaus sind 14 Mitarbeitende beschäftigt. Gemeinsam mit ihren Chefs Mathias und Tobias bieten sie ein breites Sortiment an, das von Beet- und Balkonblumen über Gemüsejungpflanzen und Stauden bis hin zu Kräutern, Gewürzen und Heilpflanzen reicht. Auch innerhalb der einzelnen Kategorien ist die Vielfalt beeindruckend: So gibt es beispielsweise nicht nur die gängigsten Gewürzpflanzen, sondern auch seltenere Sorten wie Gewürztagetes, Kerbel oder Koriander. Den Großteil des Sortiments produziert die Gärtnerei selbst.
Weitere Infos unter gaertnerei-ludescher.at
Weitere Infos unter gaertnerei-ludescher.at