Wenn Demenz mitten im Leben beginnt
Demenz wird in Österreich meist dann sichtbar, wenn Pflege notwendig wird. Wenn der Alltag allein nicht mehr funktioniert, wenn Angehörige an ihre Grenzen kommen oder ein Heimplatz gesucht wird. Doch diese Perspektive greift zu kurz. Denn Demenz beginnt lange davor – manchmal sogar mitten im Leben. Genau hier bieten sich Möglichkeiten für Green Care-Betriebe, Angebote zu entwickeln, die auf die spezifischen Bedürfnisse jüngerer Menschen mit Demenzerkrankung zugeschnitten sind.
Mit der Demenzstrategie „Gut leben mit Demenz“ (2015) hat Österreich erstmals einen gemeinsamen fachlichen Rahmen geschaffen, der Demenz nicht nur medizinisch, sondern als gesellschaftliche Herausforderung versteht. Der erste Österreichische Demenzbericht (2014) lieferte dafür eine grundlegende Bestandsaufnahme. Der Demenzbericht 2025 greift diese Linie auf und entwickelt sie weiter: Er macht deutlich, dass der Blick auf Demenz sich verändert hat – hin zu einer Perspektive, in der Lebensqualität, Selbstständigkeit, soziale Teilhabe und alltagsnahe Unterstützungsangebote stärker in den Mittelpunkt rücken.
Demenz ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen des Gehirns, die mit einer fortschreitenden Beeinträchtigung von Gedächtnis, Sprache, Orientierung und Denken einhergehen. Demenz entwickelt sich in der Regel schleichend. Erste Anzeichen zeigen sich oft in leichten Gedächtnis- oder Orientierungsproblemen sowie in Veränderungen in der Alltagsbewältigung. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung nehmen Einschränkungen in Kommunikation, Urteilsvermögen und sozialer Interaktion zu, bis Betroffene im Spätstadium umfassend auf Unterstützung angewiesen sind. Die Unterscheidung in frühe, mittlere und späte Krankheitsphasen ist dabei nicht nur medizinisch relevant, sondern auch entscheidend für die Planung passender Unterstützungsangebote.
Mit der Demenzstrategie „Gut leben mit Demenz“ (2015) hat Österreich erstmals einen gemeinsamen fachlichen Rahmen geschaffen, der Demenz nicht nur medizinisch, sondern als gesellschaftliche Herausforderung versteht. Der erste Österreichische Demenzbericht (2014) lieferte dafür eine grundlegende Bestandsaufnahme. Der Demenzbericht 2025 greift diese Linie auf und entwickelt sie weiter: Er macht deutlich, dass der Blick auf Demenz sich verändert hat – hin zu einer Perspektive, in der Lebensqualität, Selbstständigkeit, soziale Teilhabe und alltagsnahe Unterstützungsangebote stärker in den Mittelpunkt rücken.
Demenz ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen des Gehirns, die mit einer fortschreitenden Beeinträchtigung von Gedächtnis, Sprache, Orientierung und Denken einhergehen. Demenz entwickelt sich in der Regel schleichend. Erste Anzeichen zeigen sich oft in leichten Gedächtnis- oder Orientierungsproblemen sowie in Veränderungen in der Alltagsbewältigung. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung nehmen Einschränkungen in Kommunikation, Urteilsvermögen und sozialer Interaktion zu, bis Betroffene im Spätstadium umfassend auf Unterstützung angewiesen sind. Die Unterscheidung in frühe, mittlere und späte Krankheitsphasen ist dabei nicht nur medizinisch relevant, sondern auch entscheidend für die Planung passender Unterstützungsangebote.
Atypische Formen in jüngeren Jahren
Aktuell leben in Österreich laut Hochrechnungen rund 170.000 Menschen ab dem 30. Lebensjahr mit einer demenziellen Erkrankung. Für das Jahr 2050 wird mit knapp 290.000 Betroffenen gerechnet. Innerhalb dieser Personen stellen Menschen unter 65 Jahren eine vergleichsweise kleine, aber besondere Gruppe dar. Für das Jahr 2025 wird die Zahl der 30- bis 64-Jährigen mit einer Demenzdiagnose auf rund 8.500 Personen geschätzt.
Demenz im jüngeren Lebensalter – international als Young Onset Dementia bezeichnet – unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von Demenz im hohen Alter. Viele Betroffene stehen bei der Diagnosestellung noch im Erwerbsleben, sind körperlich aktiv, tragen familiäre Verantwortung und sind sozial stark eingebunden. Der Verlust der beruflichen Rolle und gewohnter Alltagsstrukturen trifft sie daher oft besonders hart. Zudem tritt die Erkrankung in jüngeren Jahren häufig in atypischer Form auf, bei der nicht Gedächtnisstörungen, sondern etwa Veränderungen des Verhaltens, der Sprache oder der Wahrnehmung im Vordergrund stehen, was Diagnoseprozesse zusätzlich erschwert und verlängert.
Der Demenzbericht 2025 weist darauf hin, dass diese Gruppe im bestehenden Versorgungssystem in Österreich nur unzureichend berücksichtigt wird. Klassische Angebote der Betreuung und Pflege sind häufig auf hochaltrige Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf ausgerichtet. Für jüngere Betroffene bedeutet das nicht selten Unterforderung, fehlende Passung oder den Rückzug aus bestehenden Angeboten. Daher wird die Notwendigkeit lebensphasengerechter, alltagsnaher Unterstützungsangebote betont, die sich an den vorhandenen Fähigkeiten orientieren und nicht an Defiziten.
Demenz im jüngeren Lebensalter – international als Young Onset Dementia bezeichnet – unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von Demenz im hohen Alter. Viele Betroffene stehen bei der Diagnosestellung noch im Erwerbsleben, sind körperlich aktiv, tragen familiäre Verantwortung und sind sozial stark eingebunden. Der Verlust der beruflichen Rolle und gewohnter Alltagsstrukturen trifft sie daher oft besonders hart. Zudem tritt die Erkrankung in jüngeren Jahren häufig in atypischer Form auf, bei der nicht Gedächtnisstörungen, sondern etwa Veränderungen des Verhaltens, der Sprache oder der Wahrnehmung im Vordergrund stehen, was Diagnoseprozesse zusätzlich erschwert und verlängert.
Der Demenzbericht 2025 weist darauf hin, dass diese Gruppe im bestehenden Versorgungssystem in Österreich nur unzureichend berücksichtigt wird. Klassische Angebote der Betreuung und Pflege sind häufig auf hochaltrige Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf ausgerichtet. Für jüngere Betroffene bedeutet das nicht selten Unterforderung, fehlende Passung oder den Rückzug aus bestehenden Angeboten. Daher wird die Notwendigkeit lebensphasengerechter, alltagsnaher Unterstützungsangebote betont, die sich an den vorhandenen Fähigkeiten orientieren und nicht an Defiziten.
Green Care-Angebote für ältere Menschen
Green Care-Angebote für Menschen mit Demenz sind international – etwa in den Niederlanden oder in Skandinavien – bereits etabliert, in Österreich befindet sich dieser Bereich jedoch noch im Aufbau. Erste zertifizierte Green Care-Betriebe setzen erfolgreich ambulante wie auch stationäre Betreuungsangebote für ältere Menschen um. Dazu zählen etwa das Sonnenplatzerl in Maria Roggendorf (Niederösterreich) mit einer Senioren-WG und einem Tageszentrum am Hof, das Seniorentageszentrum Zeillern (Niederösterreich) und der Betrieb Alpakapoint Pointner in Windhaag bei Freistadt (Oberösterreich), wo in Kooperation mit dem Sozialhilfeverband Freistadt ein Tageszentrum für Senior/-innen mit besonderen Bedürfnissen betrieben wird. Weitere stationäre Betreuungsangebote sind: der Schweinzger Hof (Steiermark), der regelmäßig von einer Senior/-innengruppe eines nahen Pflegeheims besucht wird und der Brahmahof in Diex (Kärnten), der als erster zertifizierter Green Care-Betrieb Österreichs ein niederschwelliges, stundenweises Betreuungsangebot für ältere Menschen anbietet.
Im Bereich der stationären Betreuung gibt es weitere etablierte Betriebe: Der Gipflerhof in Guttaring, der Hof Granitzer in Klein St. Paul sowie der Rabingerhof in Hüttenberg (alle Kärnten). Sie sind als „Alternative Lebensräume“ anerkannt und ermöglichen Menschen mit niedriger Pflegestufe eine langfristige Betreuung und Pflege in familiärer Atmosphäre am Bauernhof. Zwei weitere Betriebe in Niederösterreich befinden sich derzeit in der Weiterentwicklung ihrer Angebote in Richtung Senior/-innenbetreuung.
Im Bereich der stationären Betreuung gibt es weitere etablierte Betriebe: Der Gipflerhof in Guttaring, der Hof Granitzer in Klein St. Paul sowie der Rabingerhof in Hüttenberg (alle Kärnten). Sie sind als „Alternative Lebensräume“ anerkannt und ermöglichen Menschen mit niedriger Pflegestufe eine langfristige Betreuung und Pflege in familiärer Atmosphäre am Bauernhof. Zwei weitere Betriebe in Niederösterreich befinden sich derzeit in der Weiterentwicklung ihrer Angebote in Richtung Senior/-innenbetreuung.
Der Bauernhof als alltagsnaher Lebensraum
erade für jüngere Menschen mit Demenz kann der Bauernhof besondere Stärken entfalten. Viele Betroffene sind körperlich noch leistungsfähig und haben einen ausgeprägten Bewegungsdrang. Während klassische Betreuungsangebote diesem Bedürfnis oft nur begrenzt Raum geben, ist Bewegung am Hof Teil des Alltags – beim Versorgen von Tieren, bei Arbeiten im Freien oder bei einfachen handwerklichen Tätigkeiten. Aktivität entsteht hier nicht als Programm, sondern aus der Situation heraus.
Hinzu kommt die Bedeutung sinnstiftender Tätigkeiten. Für viele jüngere Betroffene stellt der Wegfall der Erwerbsarbeit einen tiefen Einschnitt dar. Am Bauernhof finden sich Aufgaben, die real sind und gebraucht werden. Tiere müssen versorgt, Arbeiten erledigt, Abläufe eingehalten werden. Diese Form der Einbindung ermöglicht es, Verantwortung zu übernehmen und sich als wirksam zu erleben – ein Aspekt, der für den Erhalt von Selbstwert und Identität besonders wichtig ist.
Gleichzeitig unterscheidet sich der Bauernhof als Setting deutlich von institutionellen Angeboten. Er wird als lebensnaher Ort wahrgenommen, nicht als Einrichtung für „Pflegebedürftige“. Das kann dazu beitragen, Stigmatisierung zu vermeiden und soziale Teilhabe auf Augenhöhe zu ermöglichen. Die Verbindung von Bewegung, sinnvollem Tun und sozialem Miteinander schafft Rahmenbedingungen, die den Bedürfnissen jüngerer Menschen mit Demenz in besonderer Weise entsprechen – und auch für ihre Angehörigen eine verlässliche Entlastung im Alltag bieten können.
Hinzu kommt die Bedeutung sinnstiftender Tätigkeiten. Für viele jüngere Betroffene stellt der Wegfall der Erwerbsarbeit einen tiefen Einschnitt dar. Am Bauernhof finden sich Aufgaben, die real sind und gebraucht werden. Tiere müssen versorgt, Arbeiten erledigt, Abläufe eingehalten werden. Diese Form der Einbindung ermöglicht es, Verantwortung zu übernehmen und sich als wirksam zu erleben – ein Aspekt, der für den Erhalt von Selbstwert und Identität besonders wichtig ist.
Gleichzeitig unterscheidet sich der Bauernhof als Setting deutlich von institutionellen Angeboten. Er wird als lebensnaher Ort wahrgenommen, nicht als Einrichtung für „Pflegebedürftige“. Das kann dazu beitragen, Stigmatisierung zu vermeiden und soziale Teilhabe auf Augenhöhe zu ermöglichen. Die Verbindung von Bewegung, sinnvollem Tun und sozialem Miteinander schafft Rahmenbedingungen, die den Bedürfnissen jüngerer Menschen mit Demenz in besonderer Weise entsprechen – und auch für ihre Angehörigen eine verlässliche Entlastung im Alltag bieten können.
Bedarfsgerechte Angebotsentwicklung
Die Beschäftigung mit den unterschiedlichen Lebenslagen von Menschen mit Demenz zeigt, wie wichtig eine bedarfsgerechte Angebotsentwicklung ist. Demenz verläuft unterschiedlich, ebenso unterscheiden sich die Bedürfnisse je nach Alter und Krankheitsphase. Green Care-Angebote für jüngere, körperlich aktive Menschen in frühen Stadien erfordern andere Strukturen als Angebote für hochaltrige Menschen mit Pflegebedarf – ansonsten fühlen sich jüngere Betroffene in einer Gruppe mit wesentlich älteren Menschen schnell „fehl am Platz“. Für Green Care-Betriebe liegt darin eine Chance: Durch niederschwellige und aktivitätsorientierte Angebote können sie eine Lücke im bestehenden Versorgungssystem schließen. Voraussetzung dafür ist jedoch eine bewusste Auseinandersetzung mit der Zielgruppe und ihren Bedürfnissen – denn nur so kann der Bauernhof zu einem Ort werden, der auch jüngeren Menschen mit Demenz gerecht wird.
Green Care
- Soziale Landwirtschaft: pädagogische, gesundheitsfördernde und soziale Angebote auf Bauernhöfen
- Vielfältige Möglichkeiten vom Kindergarten bis zur Senioren-WG am Bauernhof
- Neues Einkommen, der Arbeitsplatz bleibt am Hof
- Geprüfte Qualität: hohe Standards garantieren Sicherheit
- Lebenswerte Regionen: soziale Angebote stärken die Lebensqualität am Land