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Waldbrände in Österreich: Ursachen, Risiken und Prävention

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26.06.2026 | von DI Jeanine Jägersberger

Waldbrände stellen auch in Österreich eine zunehmende Herausforderung dar. Trockenheit, hohe Temperaturen und menschliche Unachtsamkeit erhöhen das Risiko. Mit Wissen über Ursachen, Gefahren und vorbeugende Maßnahmen kann jede und jeder dazu beitragen, Waldbrände zu verhindern.

Bildergalerie (4 Fotos)
Waldbrandfläche.jpg © Nikolaus Bellos/LK Niederösterreich
Grafik Statistik Waldbrände Österreich.jpg © Archiv
Waldbrandkarte.jpg © Universität für Bodenkultur Wien
Zigarette Waldbrand.jpg © Nikolaus Bellos/LK Niederösterreich
Waldbrandfläche.jpg © Nikolaus Bellos/LK Niederösterreich
Grafik Statistik Waldbrände Österreich.jpg © Archiv
Waldbrandkarte.jpg © Universität für Bodenkultur Wien
Zigarette Waldbrand.jpg © Nikolaus Bellos/LK Niederösterreich
Brandfläche nach dem Waldbrand bei Schwarzau im Gebirge im März 2025. © Nikolaus Bellos/LK Niederösterreich
Anzahl der Waldbrände in Österreich von 2001 bis 2025. © Archiv
Waldbrandrisiko in Österreich: Darstellung der Gefährdung nach Bezirken. © Universität für Bodenkultur Wien
Eine achtlos weggeworfene Zigarette kann ausreichen: Rund 85 Prozent der Waldbrände in Österreich haben menschliche Ursachen. © Nikolaus Bellos/LK Niederösterreich

Waldbrandgefahr einschätzen

Waldbrände gelten in Österreich oft noch als seltene Ereignisse. Tatsächlich zeigen Auswertungen der österreichischen Waldbranddatenbank, dass es jedes Jahr rund 200 Waldbrände gibt. Ein entscheidender Punkt dabei: Rund 85 % der Waldbrände werden durch menschliche Aktivitäten ausgelöst, während nur etwa 15 % auf Blitzschläge zurückgehen.

Damit rückt neben Wetter und Trockenheit vor allem der Faktor Mensch in den Mittelpunkt der Betrachtung. Gleichzeitig bestimmen Standort, Waldstruktur und Brennstoffmenge maßgeblich, wie leicht ein Brand entsteht und wie stark er sich ausbreiten kann.

Grundsätzlich gibt es Waldstandorte mit deutlich geringerem Risiko. Wälder auf Nordhängen, in flachem Gelände oder mit starker Überschirmung weisen meist ein feuchteres Mikroklima auf und trocknen langsamer aus. Auch Laubwälder sind in der Regel weniger brandanfällig. Höhere Risiken bestehen dagegen häufig auf südexponierten Hängen, in steilen Lagen oder in Beständen mit hohem Nadelholzanteil, da dort der Brennstoff schneller austrocknet und sich leichter entzünden kann.

Karte zeigt Risiko auf

Für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer ist es sinnvoll, das Waldbrandrisiko im eigenen Bestand bewusst einzuschätzen. Ein hilfreiches Instrument dafür ist die Waldbrand-Risikokarte, die im Rahmen der Waldbrandforschung an der Universität für Bodenkultur Wien entwickelt wurde. Diese Karte berücksichtigt die Wahrscheinlichkeit der Brandentstehung, das mögliche Brandverhalten sowie die Anfälligkeit der betroffenen Flächen für Schäden durch Waldbrände und ermöglicht eine Einschätzung der Gefährdung auf Bezirksebene.

Waldbauliche Möglichkeiten zur Prävention

Waldbewirtschaftung kann wesentlich dazu beitragen, die Entstehung und Ausbreitung von Waldbränden zu reduzieren. Eine wichtige Grundlage ist die Baumartenwahl. Reine Nadelholzbestände gelten als besonders brandanfällig, da Nadeln und Harze leicht entzündlich sind und sich am Waldboden zu einer höheren Streuschicht ansammeln, die als leicht entzündlicher Brennstoff dient. Eine standortgerechte Mischung mit Laubbaumarten kann die Brandanfälligkeit reduzieren und gleichzeitig die Stabilität der Bestände erhöhen.
Auch die Waldstruktur spielt eine wichtige Rolle für die Waldbrandgefahr. Ein höherer Überschirmungsgrad sorgt für ein feuchteres Mikroklima im Bestand und kann verhindern, dass die Streuschicht am Boden zu stark austrocknet. Dadurch wird die Entzündbarkeit des Materials am Waldboden reduziert.

Gleichzeitig sollte darauf geachtet werden, sogenannte Feuerleitern zu vermeiden. Darunter versteht man Vegetationsstrukturen, über die sich ein Bodenbrand vom Waldboden in die Baumkronen ausbreiten kann. Dichte Strauchschichten, tief ansetzende Äste und abgestorbene Zweige. Auch in mehrschichtigen Beständen kann eine vertikale Verbindung zwischen Bodenvegetation, Strauchschicht und Baumkronen entstehen. Wird diese Struktur zu dicht, kann sie ebenfalls als Feuerleiter wirken. Eine angepasste Pflege, bei der brennbares Material reduziert und vertikale Brennstoffkontinuität unterbrochen wird, kann daher einen wichtigen Beitrag zur Waldbrandprävention leisten.

Wo sind zusätzliche Maßnahmen sinnvoll?

In Gebieten mit erhöhtem Risiko können zusätzliche Maßnahmen sinnvoll sein. Dazu zählen beispielsweise Laubholzriegel oder Brandschneisen die als natürlichen Barrieren wirken. Solche Strukturen können dazu beitragen, die Ausbreitung eines Feuers zu bremsen oder ein Kronenfeuer wieder auf den Boden zurückzuführen.

Zielkonflikt zwischen Waldbrandprävention und ökologischen Zielen

Bei vielen dieser Maßnahmen zeigt sich jedoch auch ein Zielkonflikt zwischen Waldbrandprävention und ökologischen Zielen. Strukturreiche, mehrstufige Wälder oder Dauerwaldsysteme gelten aus ökologischer Sicht als besonders wertvoll und fördern Biodiversität sowie Stabilität der Bestände. Gleichzeitig zeigen solche Bestandesbilder eine höhere Waldbrandgefahr.

Ähnlich verhält es sich beim Totholz. Es ist ein wichtiger Bestandteil von Wäldern und erfüllt zahlreiche Funktionen für Artenvielfalt, Bodenentwicklung, Naturverjüngung und vieles mehr. Gleichzeitig kann insbesondere feines Material wie Wipfelreste, dünne Äste oder Dürrlinge die verfügbare Brennstoffmenge erhöhen und damit die Ausbreitung eines Feuers begünstigen. Für die Praxis bedeutet das, dass Maßnahmen der Waldbrandprävention immer standortspezifisch abgewogen werden müssen.

Zugänglichkeit und Infrastruktur im Waldbrandschutz

Neben waldbaulichen Maßnahmen ist die Zugänglichkeit der Waldflächen ein entscheidender Faktor für die Waldbrandvorsorge. Ein gut ausgebautes und befahrbares Forstwegenetz erleichtert im Ernstfall den schnellen Zugang für Einsatzkräfte und unterstützt eine effiziente Brandbekämpfung. Dazu gehören die regelmäßige Instandhaltung der Wege sowie eine gute Übersicht über die Befahrbarkeit von Straßen.

Ebenso wichtig ist die Bereitstellung von Löschwasser, etwa durch die Anlage von Löschteichen oder geeigneten Wasserentnahmestellen, die gut erreichbar und entsprechend gekennzeichnet sein sollten. Ein durchdachtes Brandschutzkonzept bildet dabei eine wichtige Grundlage für eine wirksame Waldbrandvorsorge.

Prävention als gemeinsame Verantwortung

Waldbrandprävention ist eine Aufgabe, die nicht an der Grundstücksgrenze endet. Gerade in Regionen mit erhöhtem Risiko ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern, Gemeinden, Behörden und Feuerwehren entscheidend. Dazu gehört auch die Sensibilisierung und Aufklärung der Gesellschaft, etwa durch Information von Waldbesucher:innen, Schulungen, Öffentlichkeitsarbeit oder leicht zugängliche Broschüren und Veranstaltungen. Nur so können alltägliche Risiken erkannt und ein bewusstes Verhalten im Wald gefördert werden.

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