Wicken als Unkraut: Wenn Wicken im Bioackerbau zum Problem werden
Schadbild der Wicken als Unkraut
Die Wickenarten nutzen das Getreide als Rankhilfe und wachsen nach oben. Dabei werden die Pflanzen miteinander verrankt. Folglich können Schäden bei der mechanischen Unkrautbekämpfung entstehen, wenn die Ranken die Kulturpflanzen mitreißen. Ähnlich wie das Klettenlabkraut stellen sie eine Konkurrenz zur Kulturpflanze dar und erschweren die Ernte. Durch die hohe Grünmasse erhöht sich sowohl die Feuchtigkeit als auch der Besatz bei der Ernte.
Vogelwicke (Vicia carcca)
Die Vogelwicke ist ein mehrjähriges Samenunkraut, das sich über Samen und kräftige Bodenausläufer vermehren kann. Sie keimt im Frühjahr und im Herbst und bildet eine tiefe Pfahlwurzel. Bevorzugt werden feuchte, nährstoffreiche und mittelschwere Böden.
Die Blüten sind blauviolett und in 10 - 30‑blütigen Trauben angeordnet. Die Blätter sind 6 - 15‑paarig gefiedert und laufen in Ranken aus. Die Vogelwicke kommt in Getreide und Hackfrüchten vor.
Regulation
Die Keimung der Vogelwicke erfolgt relativ spät, weshalb sie beim ersten Striegeldurchgang häufig nicht erfasst wird. Beim zweiten Striegeldurchgang ist sie oft bereits stark verwurzelt und zu groß, um ausgerissen oder entwurzelt zu werden. Eine Bekämpfung durch Hacken ist möglich. Bei verstärktem Auftreten kann der Getreideanteil in der Fruchtfolge reduziert und die Fruchtfolge auf Fehler überprüft werden.
Die Keimung der Vogelwicke erfolgt relativ spät, weshalb sie beim ersten Striegeldurchgang häufig nicht erfasst wird. Beim zweiten Striegeldurchgang ist sie oft bereits stark verwurzelt und zu groß, um ausgerissen oder entwurzelt zu werden. Eine Bekämpfung durch Hacken ist möglich. Bei verstärktem Auftreten kann der Getreideanteil in der Fruchtfolge reduziert und die Fruchtfolge auf Fehler überprüft werden.
Rauhaarige Wicke (vicia hirsuta)
Die Rauhaarige Wicke ist ein einjähriges Samenunkraut und kann nach einem feuchten Frühjahr massenhaft im Getreide auftreten. Sie bevorzugt leichte, sandige, nährstoffarme und schwach saure Standorte. Die Keimung erfolgt im Herbst oder im Vorfrühjahr. Die Blütezeit liegt im Spätfrühling bis Sommer. Die Blüten sind klein, lang gestielt und weiß bis bläulich‑weiß. Die Blätter bestehen aus sechs gefiederten Paaren.
Regulation
Zur Vorbeugung können langstrohige Getreidesorten genutzt werden. Eine erhöhte Düngung, speziell mit Kalk, kann diese Wicke zurückdrängen, fördert jedoch andere Unkräuter. Die Wahl eines früheren Saatzeitpunktes bei Sommerweizen verbessert die Regulationsmöglichkeiten durch den Striegel.
Eine Bekämpfung ist durch Hacken bis zum 3‑Blatt‑Stadium (BBCH 13) sowie im Schossen bis zum 1‑Knoten‑Stadium (BBCH 30/31) möglich. Ab dem Schossen bis zum Ährenschieben kann die rauhaarige Wicke durch Striegeln herausgekämmt werden, sofern der Bestand nicht zu hoch ist.
Zur Vorbeugung können langstrohige Getreidesorten genutzt werden. Eine erhöhte Düngung, speziell mit Kalk, kann diese Wicke zurückdrängen, fördert jedoch andere Unkräuter. Die Wahl eines früheren Saatzeitpunktes bei Sommerweizen verbessert die Regulationsmöglichkeiten durch den Striegel.
Eine Bekämpfung ist durch Hacken bis zum 3‑Blatt‑Stadium (BBCH 13) sowie im Schossen bis zum 1‑Knoten‑Stadium (BBCH 30/31) möglich. Ab dem Schossen bis zum Ährenschieben kann die rauhaarige Wicke durch Striegeln herausgekämmt werden, sofern der Bestand nicht zu hoch ist.
Viersamige Wicke (Vivia tetrasperma)
Die Viersamige Wicke zeichnet sich durch die Bildung von Hülsen mit vier Samen aus. Die Pflanze ist einjährig und wird 20 - 50 cm hoch. Die Blüte ist winzig, bläulich‑weiß mit violetten Adern an der Oberseite und erscheint von Mai bis Oktober. Die Blätter sind unpaarig gefiedert, bestehen aus drei bis fünf Paaren und bilden Ranken.
Wie die Rauhaarige Wicke tritt auch die Viersamige Wicke bevorzugt auf sauren Standorten auf. Die Regulation erfolgt gleich wie bei der Rauhaarigen Wicke. Auch hier ist eine Kalkung obligat.
Wie die Rauhaarige Wicke tritt auch die Viersamige Wicke bevorzugt auf sauren Standorten auf. Die Regulation erfolgt gleich wie bei der Rauhaarigen Wicke. Auch hier ist eine Kalkung obligat.
Zottige Wicke (Winterwicke, Zottelwicke, Vicia Villosa)
Die Zottige Wicke ist ein ein- bis überjähriges Samenunkraut. Sie wächst auf warmem, sandigem Lehm bis Lehmstandorten. Die Pflanze erreicht Wuchshöhen bis zu 120 cm und kann über den Getreidebestand hinausragen. Sie besitzt eine mittlere Konkurrenzkraft und kann massenhaft auftreten. Die zweifarbigen, violett-weißen Blüten erscheinen von Juni bis August. Die Blätter bestehen aus fünf bis zehn kräftigen Fiederpaaren mit ästigen Ranken. Die Zottelwicke wird auch im Futterbau und in Begrünungen eingesetzt.
Weitere Leguminosenarten, wie andere Wicken, Platterbsen oder Kleearten, können ebenfalls als Schadpflanzen auftreten. Ein massenhaftes Auftreten ist jedoch selten.
Regulation und vorbeugende Maßnahmen
Für die Bekämpfung von Schadleguminosen als Samenunkräuter sind neben der direkten mechanischen Regulation auch kulturtechnische Maßnahmen sinnvoll. Dazu zählen:
Fruchtfolgemaßnahmen
Fruchtfolgemaßnahmen
- Hoher Kleegrasanteil
- Schnell wachsende Kulturpflanzen
- Wechsel zwischen Sommerungen und Winterungen
- Zwischenfrüchte
- Dichte Bestände
- Spätere Saattermine
- Unkrautfreies Saatgut
- Absamen verhindern
- Pflug
- Falsches Saatbett
- Angepasste Düngung
Fazit
Leguminosen können je nach Standort, Jahr und Fruchtfolge Nutzpflanzen und insbesondere Getreidekulturen beeinträchtigen. Bei starkem Besatz kann es zu Konkurrenz, einer erschwerten Ernte und einem erhöhten Anteil feuchter Pflanzenteile kommen. Daher muss der Bestand regelmäßig auf solche Unkräuter kontrolliert und gegebenenfalls eine Bekämpfung durch Hacken und Striegeln durchgeführt werden.
Quellen:
BASF, Wicke, Vogel- Wicke, Vogel- - Agricultural Solutions
Bioaktuell.ch Vogelwicke
eAGFF.ch Vogelwicke - eAGFF – Fachwissen im Futterbau
Ökolandbau.de Rauhaarige Wicke (Vicia hirsuta), Acker-Wicke
Ackerunkräuter - Bestimmung, Biologie, Landwirtschaftliche Bedeutung, Leopold Stocker Verlag (2005)
Naturegate Viersamige Wicke Viersamige Wicke, Ervum tetraspermum - Blütenpflanzen - NatureGate
eAGFF.ch Zottelwicke - eAGFF – Fachwissen im Futterbau
Einböck
BASF, Wicke, Vogel- Wicke, Vogel- - Agricultural Solutions
Bioaktuell.ch Vogelwicke
eAGFF.ch Vogelwicke - eAGFF – Fachwissen im Futterbau
Ökolandbau.de Rauhaarige Wicke (Vicia hirsuta), Acker-Wicke
Ackerunkräuter - Bestimmung, Biologie, Landwirtschaftliche Bedeutung, Leopold Stocker Verlag (2005)
Naturegate Viersamige Wicke Viersamige Wicke, Ervum tetraspermum - Blütenpflanzen - NatureGate
eAGFF.ch Zottelwicke - eAGFF – Fachwissen im Futterbau
Einböck