Schlüsselschädling im Birnenanbau: Der Birnblattsauger (Cacopsylla)
Eine nachhaltige Regulierung des Birnblattsaugers gelingt nur durch das Zusammenspiel aller verfügbaren Pflanzenschutzmaßnahmen. Dazu gehören eine angepasste Kulturführung (z.B. ausgewogene Düngung, Vermeidung von übermäßigem Triebwachstum, ..), indirekte Maßnahmen wie die Erschwerung der Eiablage, gezielte direkte Pflanzenschutzmaßnahmen sowie die Förderung natürlicher Gegenspieler.
Besonders wichtig sind die Schonung und Förderung von Nützlingen. Fressfeinde wie Marienkäfer, Ohrwürmer und räuberische Weichwanzen leisten einen wesentlichen Beitrag zur natürlichen Regulierung der Birnblattsaugerpopulation. Die Förderung dieser Nützlinge beginnt bereits im Umfeld der Birnenanlage, wo geeignete Lebensräume den Aufbau stabiler Populationen ermöglichen.
Besonders wichtig sind die Schonung und Förderung von Nützlingen. Fressfeinde wie Marienkäfer, Ohrwürmer und räuberische Weichwanzen leisten einen wesentlichen Beitrag zur natürlichen Regulierung der Birnblattsaugerpopulation. Die Förderung dieser Nützlinge beginnt bereits im Umfeld der Birnenanlage, wo geeignete Lebensräume den Aufbau stabiler Populationen ermöglichen.
Die Biologie des Birnblattsaugers ist komplex. In Österreich kommen mindestens drei Arten vor, die teilweise sogar gemeinsam in derselben Anlage auftreten. In der Steiermark ist jedoch überwiegend der Gemeine Birnblattsauger (Cacopsylla pyri) nachgewiesen. Die folgenden Beschreibungen beziehen sich daher auf diese Art.
Biologie & Lebensweise
- Überwinterung: Es überwintern die erwachsenen Tiere (Adulte) im Bestand. Diese finden Unterschlupf in herabfallenden Blättern oder der Rinde.
- Entwicklung: Die Entwicklung erfolgt über das Ei, fünf Nymphenstadien zum erwachsenen Tier. Der Birnblattsauger zeigt ausgeprägten "Saisondimorphismus": die Wintertiere, die größer und dunkler gefärbt sind, unterscheiden sich deutlich von den Sommertieren - hier sind die Insekten kleiner und heller gefärbt. In Ostösterreich entwickeln sich 3 - 5 überlappenden Generationen pro Jahr. Die Vermehrung und Vitalität des Insektes hängen stark mit der Ernährung zusammen, d.h. je besser genährt, desto aktiver und desto höher die Anzahl der Nachkommen. Daher ist bei der Regulierung unbedingt auch die Düngestrategie bzw. Nährstoffversorgung der Bäume miteinbeziehen.
- Aktivität: Ab Tagesmitteltemperaturen von 10°C werden die Adulten im Frühjahr aktiv. Die Weibchen werden bereits im Herbst befruchtet und die Eiablage beginnt sehr rasch nach Aktivitätsbeginn im Frühjahr.
Symptome
- Klebrige Beläge: Blätter, Früchte und Äste sind mit glänzendem Honigtau überzogen
- Rußtau: Auf dem Honigtau siedeln sich Rußtaupilze an, diese verursachen einen schmutzigen Belag an den Früchten und Blättern
- Schockreaktion der Birne: Bei starkem Befall kommt es zu Blattfall und geringerem Blütenansatz im Folgejahr
- Phytoplasmose: Birnenverfall in der Anlage: als Phloemsauger ist der Birnblattsauger ein Vektor für Krankheitserreger und trägt zur Verbreitung im Bestand bei
Maßnahmen zur Eindämmung
Nur eine Kombination verschiedener Maßnahmen hält die Population unter Kontrolle:
- Kulturführung und Düngemanagement: es gilt einen Kompromiss zwischen ausreichendem Triebwachstum und der Nährstoffverfügbarkeit zu finden - Neutriebe sind optimale Futterquellen!
- Nützlinge fördern: Natürliche Feinde wie Ohrwürmer, Raubwanzen und Marienkäfer fördern, diese leisten ab Frühsommer (Juni) einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion von Eiern und Junglarven
- Pflanzenschutzmaßnahmen: Eine Behandlung der Bäume mit Gesteinsmehlen wirkt als präventive Barriere und stört bzw. verzögert die Eiablage im Frühjahr, eine gezielte Bekämpfung wird bei Überschreiten von Schadschwellen erforderlich