Raps ohne Metazachlor und Dimethachlor: Praxisergebnisse vom Versuch 2025
Die Entwicklung grundwasserschonender Herbizidstrategien im Rapsanbau zeigt weiterhin positive Ergebnisse. Mehrjährige Versuche der Boden.Wasser.Schutz.Beratung der LK Oberösterreich belegen, dass ein Verzicht auf die auswaschungsgefährdeten Wirkstoffe Metazachlor und Dimethachlor unter Praxisbedingungen möglich ist.
Praxisnahe Versuche an zwei Standorten
Im Versuchsjahr 2025 wurden zwei Standorte im Bezirk Steyr und Ried im Innkreis angelegt. Ziel war die praxisnahe Prüfung verschiedener Herbizidvarianten unter Verzicht auf Metazachlor und Dimethachlor. Die Versuchsanlage erfolgte als unwiederholter Streifenversuch mit mindestens 0,5 ha je Variante sowie einem unbehandelten Spritzfenster.
Ende August bzw. Anfang September erfolgte standortbedingt im Zentralraum im gepflügten Saatbett, im Innviertel in Mulchsaat nach Grubberbearbeitung die Aussaat. Die Herbizidanwendungen wurden unmittelbar nach der Aussaat bzw. vor Niederschlägen durchgeführt, um die Bodenfeuchte optimal zu nutzen. Die Bewertung erfolgte ausschließlich über optische Beurteilungen.
Folgende Varianten wurden angewendet:
Vorauflauf:
Ende August bzw. Anfang September erfolgte standortbedingt im Zentralraum im gepflügten Saatbett, im Innviertel in Mulchsaat nach Grubberbearbeitung die Aussaat. Die Herbizidanwendungen wurden unmittelbar nach der Aussaat bzw. vor Niederschlägen durchgeführt, um die Bodenfeuchte optimal zu nutzen. Die Bewertung erfolgte ausschließlich über optische Beurteilungen.
Folgende Varianten wurden angewendet:
Vorauflauf:
- 3,0 l/ha Nero + 0,1 l/ha Centium CS
- 1,25 l/ha Conaxis
- 1,5 l/ha Tanaris + 0,25 l/ha Belkar (optional)
Herbstentwicklung: stabile Bestände bei geringem Unkrautdruck
Bereits zur ersten optischen Bewertung Mitte Oktober präsentierten sich alle Varianten gleichmäßig entwickelt. Unterschiede zum Spritzfenster waren beim Pflanzenwachstum nicht erkennbar. Der Unkrautdruck blieb insgesamt gering, wobei die Vorauflaufvarianten eine bessere Wirkung zeigten.
In den Beständen, welche im Nachauflauf behandelt wurden, waren Gänsefuß, Ehrenpreis, Vogelmiere, Disteln und Ampfer festzustellen. Beim Mulchsaatbestand gab es zusätzlich Ausfallgetreide. Diese Problemunkräuter traten jedoch nur vereinzelt auf. Fraßschäden durch den Rapserdfloh waren sichtbar, blieben aber im tolerierbaren Bereich.
Zwischen den Begehungen erfolgten ergänzende Maßnahmen. In beiden Regionen wurde Acetamiprid eingesetzt, im Zentralraum zusätzlich Wachstumsregler, im Innviertel ergänzend Gräserherbizide.
In den Beständen, welche im Nachauflauf behandelt wurden, waren Gänsefuß, Ehrenpreis, Vogelmiere, Disteln und Ampfer festzustellen. Beim Mulchsaatbestand gab es zusätzlich Ausfallgetreide. Diese Problemunkräuter traten jedoch nur vereinzelt auf. Fraßschäden durch den Rapserdfloh waren sichtbar, blieben aber im tolerierbaren Bereich.
Zwischen den Begehungen erfolgten ergänzende Maßnahmen. In beiden Regionen wurde Acetamiprid eingesetzt, im Zentralraum zusätzlich Wachstumsregler, im Innviertel ergänzend Gräserherbizide.
Bis zur zweiten optischen Bewertung in der zweiten Novemberhälfte entwickelten sich die Bestände weiter homogen und vital. Im Innviertel nahm die Bodenbedeckung deutlich zu - von rund 38% auf etwa 75%, was die Konkurrenzkraft des Rapses gegenüber Unkräutern weiter verstärkte.
Die Vorauflaufvarianten blieben weitgehend unkrautfrei, lediglich am Rand der Parzellen traten vereinzelt Kamillepflanzen auf.
In den Nachauflaufvarianten zeigte sich weiterhin die Schwäche bei Vogelmiere, vor allem im Bezirk Ried. Im Bezirk Steyr waren die Bestände weitgehend sauber.
Die Vorauflaufvarianten blieben weitgehend unkrautfrei, lediglich am Rand der Parzellen traten vereinzelt Kamillepflanzen auf.
In den Nachauflaufvarianten zeigte sich weiterhin die Schwäche bei Vogelmiere, vor allem im Bezirk Ried. Im Bezirk Steyr waren die Bestände weitgehend sauber.
Frühjahrskontrolle: stabile Systeme mit punktuellen Schwächen
Die abschließende Bewertung Mitte April erfolgte zu Beginn der Blüte. Das Gesamtbild blieb stabil. Vorauflaufbehandlungen zeigten sich nahezu unkrautfrei, unabhängig vom Bearbeitungssystem. Auch im Frühjahr beschränkten sich Restverunkrautungen auf Randbereiche. In den Nachauflaufvarianten trat hingegen weiterhin Vogelmiere auf. Die Vogelmiere war punktuell stark vertreten und wurde von Ehrenpreis und Kamille begleitet. Besonders in Mulchsaatbeständen war der Unkrautdruck höher, was den Einfluss der Bodenbearbeitung unterstreicht. Hier hätte eine Korrekturmaßnahme mit Kerb Flo im Herbst oder Winter eine Verbesserung bringen können.
Im unbehandelten Spritzfenster dominierten Vogelmiere, Löwenzahn, Kamille und Ausfallgetreide, was die grundsätzliche Leistungsfähigkeit der geprüften Strategien bestätigt.
Im unbehandelten Spritzfenster dominierten Vogelmiere, Löwenzahn, Kamille und Ausfallgetreide, was die grundsätzliche Leistungsfähigkeit der geprüften Strategien bestätigt.
Ausblick
Die Ergebnisse zeigen klar, dass die Vorauflaufstrategien die zuverlässigsten Ergebnisse liefern, wobei sie standortunabhängig sehr saubere Bestände sichern. Nachauflaufvarianten sind grundsätzlich geeignet, müssen jedoch hinsichtlich der Wirkung gegen Vogelmiere weiter optimiert werden. Für das Versuchsjahr 2026 werden daher angepasste Mischungen im Nachauflauf geprüft.
Fazit
Ein Rapsanbau ohne Metazachlor und Dimethachlor ist problemlos möglich. Sowohl im gepflügten System als auch in Mulchsaat können stabile und weitgehend unkrautfreie Bestände erzielt werden.
Entscheidend für den Erfolg sind:
Entscheidend für den Erfolg sind:
- eine standortangepasste Strategie,
- der richtige Applikationszeitpunkt
- und eine konsequente Bestandesbeobachtung.