Purer Zynismus
Eigentlich sollte man glauben, dass man zuerst die Dinge vor Ort in den Griff bekommen sollte, bevor man sich neue schafft. Gerade in den letzten Wochen wurde wieder überdeutlich, wo die Hebel anzusetzen wären. Es kam bei Produkten wie Butter, Milch, Getreide oder Schweinefleisch zu drastischen Preisrückgängen im Lebensmittelhandel. Ein Viertel Kilo Butter wird im Flugblatt eines Diskonters mittlerweile um 96 Cent angeboten, österreichisches Schweinskarree im Gastro-Großhandel um 4,39 Euro pro Kilo, Semmeln um 25 Cent. Wer glaubt, dass man zu solchen Schleuderpreisen und gleichzeitig hohen Standards produzieren kann, ist mehr als zynisch. Hinter all diesen Produkten stehen Bauernfamilien, die mit ihrem Know-how beste Qualität erzeugen, und so wird es ihnen gedankt. Das zeigt einmal mehr, dass hinter all den schönen Werbebotschaften die Bauernfamilien wenig Wertschätzung erfahren. So lässt sich kein adäquates Einkommen erzielen. Was für eine Botschaft an die nächste Generation. Gerade mit Blick auf das Mercosur-Abkommen ist die Umsetzung der Kennzeichnungspflicht bei Lebensmitteln auf allen Ebeben unverzichtbar und eine klare Forderung. So hätten zumindest die Konsumenten noch die Möglichkeit, sich zu entscheiden, was auf den Tisch kommt.