Der wahre Preis billiger Lebensmittel
Hochkarätige Vertreter/-innen aus Politik, Wissenschaft, Handel und landwirtschaftlicher Praxis diskutierten, wie faire Preise entlang der gesamten Wertschöpfungskette, nachhaltige Produktion und soziale Verantwortung in Einklang gebracht werden können.
Im ersten Block zur künftigen Agrarpolitik stellte Stephan Pernkopf, Präsident des Ökosozialen Forums, klar: „Die Bäuerinnen und Bauern sind nicht schuld an der Inflation.“ Nur rund zehn Prozent der Haushaltsausgaben der Österreicher/-innen entfallen auf Lebensmittel – davon landen im Schnitt lediglich 40 Cent bei den Landwirt/-innen.
Gabriel Felbermayr, Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO), pflichtete Pernkopf bei. Zwar habe die Landwirtschaft einen Anteil an der Inflation, die eigentlichen Preis-
treiber seien jedoch Energie und Dienstleistungen.
Die Landwirtschaft sei in den vergangenen Jahren sogar ein stabilisierender Faktor für die Konjunktur gewesen. Auch wenn die Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel vollständig an Konsument/-innen weitergegeben werde, wie dies in Deutschland der Fall war, dürfe der Effekt auf die Gesamtinflation nicht überschätzt werden.
Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber unterstrich die Bedeutung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und forderte ein eigenständiges, starkes Agrarbudget auf EU-Ebene. Ländliche Räume seien essenziell – nicht nur für die Lebensmittelproduktion, sondern auch für erneuerbare Energien und Lebensqualität. Gleichzeitig brauche Europa mehr Mut zum fairen Freihandel, um seine Wettbewerbsfähigkeit nicht weiter zu verlieren. Deshalb unterstütze sie das EU-MERCOSUR-Handelsabkommen.
Im ersten Block zur künftigen Agrarpolitik stellte Stephan Pernkopf, Präsident des Ökosozialen Forums, klar: „Die Bäuerinnen und Bauern sind nicht schuld an der Inflation.“ Nur rund zehn Prozent der Haushaltsausgaben der Österreicher/-innen entfallen auf Lebensmittel – davon landen im Schnitt lediglich 40 Cent bei den Landwirt/-innen.
Gabriel Felbermayr, Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO), pflichtete Pernkopf bei. Zwar habe die Landwirtschaft einen Anteil an der Inflation, die eigentlichen Preis-
treiber seien jedoch Energie und Dienstleistungen.
Die Landwirtschaft sei in den vergangenen Jahren sogar ein stabilisierender Faktor für die Konjunktur gewesen. Auch wenn die Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel vollständig an Konsument/-innen weitergegeben werde, wie dies in Deutschland der Fall war, dürfe der Effekt auf die Gesamtinflation nicht überschätzt werden.
Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber unterstrich die Bedeutung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und forderte ein eigenständiges, starkes Agrarbudget auf EU-Ebene. Ländliche Räume seien essenziell – nicht nur für die Lebensmittelproduktion, sondern auch für erneuerbare Energien und Lebensqualität. Gleichzeitig brauche Europa mehr Mut zum fairen Freihandel, um seine Wettbewerbsfähigkeit nicht weiter zu verlieren. Deshalb unterstütze sie das EU-MERCOSUR-Handelsabkommen.
Mehr Fairness
Im Unterschied dazu bekräftigte Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig seine ablehnende Haltung zum Freihandelsabkommen und verwies auf die Zugeständnisse, die aufgrund der Kritik in den Vertrag aufgenommen wurden. Totschnig hob zudem die Notwendigkeit einer europaweiten Herkunftskennzeichnung sowie mehr Fairness und Transparenz im Binnenmarkt hervor. Der ökosoziale Ansatz sei „zeitlos und richtig“: Klimaschutz, Biodiversität und Produktion müssten gemeinsam gedacht werden – nicht Produktionsverzicht, sondern klimafreundliche Produktion sei das Ziel.
Wahrnehmungsfrage
Im zweiten Block ließ Christoph Teller, Professor an der JKU Linz, mit der Forderung „Erhöht die Lebensmittelpreise!“ aufhorchen. In Krisenzeiten greifen Konsument/-innen verstärkt auf den Preis als „Qualitätsindikator“ zurück. Zwei Drittel achten vor allem auf Aktionen, rund 40 Prozent der Einkäufe in Österreich erfolgen mit Rabatt. Gleichzeitig relativierte Teller: Lebensmittel machen in Österreich rund zehn Prozent der Konsumausgaben aus – fast gleich viel wie die Ausgaben für Freizeit.
In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig, Wettbewerbsbehörden-Chefin Natalie Harsdorf, BILLA-CEO Erich Szuchy und LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger wurde die komplexe Gemengelage deutlich: Energiepreise als Ausgangspunkt der Inflation, steigende Löhne und eine ausgeprägte Rabattkultur prägen den Markt. Szuchy bekannte sich klar zur Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette, um faire Preise und Transparenz sicherzustellen. Peter Vorhofer, Krisensicherheitsberater der Bundesregierung, ordnete die Rolle der Land- und Forstwirtschaft in einem globalen Krisenkontext ein. Zwar gebe es aktuell keine nationale Krise, doch könne sich Österreich globalen Entwicklungen nicht entziehen. Landwirtschaft sei weit mehr als Lebensmittelproduktion: Sie sei eine Resilienzstruktur für die gesamte Gesellschaft – von Landschaftspflege über Katastrophenschutz bis hin zur Sicherung der Grundversorgung.
In der abschließenden Diskussion mit Irene Neumann-Hartberger (Bundesbäuerin), Daniela Morgenbesser (FEM-Agrar Netzwerk) und Claudia Süssenbacher (Raiffeisen Holding NÖ-Wien) stand die Frage im Mittelpunkt, wie Landwirtschaft künftig Stabilität gewährleisten kann. Das Podium betonte die Bedeutung vielfältiger Versorgungssicherheit und die Notwendigkeit, Abhängigkeiten – regulatorische wie wirtschaftliche – zu reduzieren. Landwirtschaft müsse wirtschaftlich tragfähig bleiben, regionale Abnehmerstrukturen gestärkt und das Konsumverhalten stärker auf Regionalität ausgerichtet werden.
In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig, Wettbewerbsbehörden-Chefin Natalie Harsdorf, BILLA-CEO Erich Szuchy und LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger wurde die komplexe Gemengelage deutlich: Energiepreise als Ausgangspunkt der Inflation, steigende Löhne und eine ausgeprägte Rabattkultur prägen den Markt. Szuchy bekannte sich klar zur Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette, um faire Preise und Transparenz sicherzustellen. Peter Vorhofer, Krisensicherheitsberater der Bundesregierung, ordnete die Rolle der Land- und Forstwirtschaft in einem globalen Krisenkontext ein. Zwar gebe es aktuell keine nationale Krise, doch könne sich Österreich globalen Entwicklungen nicht entziehen. Landwirtschaft sei weit mehr als Lebensmittelproduktion: Sie sei eine Resilienzstruktur für die gesamte Gesellschaft – von Landschaftspflege über Katastrophenschutz bis hin zur Sicherung der Grundversorgung.
In der abschließenden Diskussion mit Irene Neumann-Hartberger (Bundesbäuerin), Daniela Morgenbesser (FEM-Agrar Netzwerk) und Claudia Süssenbacher (Raiffeisen Holding NÖ-Wien) stand die Frage im Mittelpunkt, wie Landwirtschaft künftig Stabilität gewährleisten kann. Das Podium betonte die Bedeutung vielfältiger Versorgungssicherheit und die Notwendigkeit, Abhängigkeiten – regulatorische wie wirtschaftliche – zu reduzieren. Landwirtschaft müsse wirtschaftlich tragfähig bleiben, regionale Abnehmerstrukturen gestärkt und das Konsumverhalten stärker auf Regionalität ausgerichtet werden.