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Wiesen- und Weidepflege im Frühjahr

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07.04.2026 | von Christian Meusburger, Pflanzenbau

Gezielte Pflegemaßnahmen im Frühjahr sind entscheidend für einen erfolgreichen Start ins Grünlandjahr.

Düngung.jpg © LK Vbg.
Flüssige Wirtschaftsdünger sind im Frühjahr besonders geeignet, weil die Böden häufig noch kalt sind. © LK Vbg.
Winterschäden können behoben und die Voraussetzungen für leistungsfähige Bestände geschaffen werden. Eine dichte und stabile Grasnarbe bildet die Grundlage für hochwertiges Grundfutter und eine effiziente Nutzung der Flächen.

Winterschäden erkennen und beheben

Nach der Schneeschmelze treten häufig Schäden zutage. Besonders auffällig sind die Aktivitäten von Mäusen und Maulwürfen. Wühlmäuse hinterlassen zahlreiche Erdhaufen, während Feldmäuse durch oberflächennahe Gangsysteme erkennbar sind. Unter der schützenden Schneedecke konnten sich die Nager ungestört vermehren und Schäden verursachen.
Ziel der Frühjahrsmaßnahmen ist es, diese Unebenheiten zu beseitigen und organische Düngemittel gleichmäßig zu verteilen. Das Einebnen der Erdhaufen ist insbesondere im Hinblick auf die Futterqualität von großer Bedeutung. Ein hoher Erdanteil im Futter begünstigt Fehlgärungen in der Silage, verursacht durch Clostridien und Kolibakterien. Zudem kann verschmutztes Futter die Futteraufnahme reduzieren und Verdauungsprobleme bei den Tieren hervorrufen.

Einebnen und Narbenpflege

Das Schleppen oder Eggen dient in erster Linie der Beseitigung von Maulwurfs- und Mäusehaufen sowie dem Einarbeiten von Festmist in die Grasnarbe. Gleichzeitig wird die Narbe leicht belüftet, was den Neuaustrieb fördert.
Dabei ist auf geeignete Bedingungen zu achten: Maßnahmen sollten nicht bei Frost oder auf reifbedeckten Beständen durchgeführt werden, um Narbenschäden zu vermeiden. Grundsätzlich gilt, dass die eingesetzten Geräte die Grasnarbe schonen müssen.
Treten nach der Bearbeitung größere Lücken auf, ist eine Nachsaat erforderlich. Je nach Schadensausmaß liegt die empfohlene Saatstärke zwischen zehn und 20 Kilogramm/Hektar. Die Auswahl der Saatgutmischung sollte sich an Nutzungshäufigkeit, Höhenlage und Düngungsniveau orientieren. Der Einsatz geprüfter Qualitätssaatgutmischungen ist dabei empfehlenswert.

Walzen zur Verbesserung des Bodenschlusses

Der Einsatz der Wiesenwalze fördert den Bodenschluss und sorgt für eine ebene Oberfläche. Besonders nach Frostperioden kann der Kontakt zwischen Wurzeln und Boden beeinträchtigt sein. Durch das Walzen wird dieser wiederhergestellt.
Ein guter Bodenschluss verbessert nicht nur das Wachstum, sondern reduziert auch Narbenschäden bei der späteren Futterwerbung und minimiert den Eintrag von Erde ins Erntegut.

Mäuse frühzeitig bekämpfen

In vielen Regionen ist ein starker Mäusebefall festzustellen. Eine frühzeitige Bekämpfung im Frühjahr ist entscheidend, da sich die Populationen im Jahresverlauf stark vermehren können.
Der Einsatz von Fallen hat sich als besonders effektiv erwiesen. Dabei ist weniger die Qualität einzelner Fallen entscheidend als vielmehr deren Anzahl und flächige Verteilung. Der Grundsatz lautet: Je höher die Fangintensität, desto größer der Bekämpfungserfolg.

Auswinterungsschäden durch Schneeschimmel

Nach der Schneeschmelze kann Schneeschimmel auftreten, erkennbar an weißlich bis rosafarbenem Pilzmyzel auf abgestorbenem Pflanzenmaterial. Besonders betroffen sind Bestände mit hohem Anteil an Englischem Raygras, die deutliche Ertragseinbußen zeigen können.
Eine mechanische Bearbeitung mittels Striegel oder Egge hilft, abgestorbene Pflanzenreste zu verteilen und den verbleibenden Pflanzen Licht und Luft zu verschaffen. Dadurch wird die Regeneration des Bestandes unterstützt.

Düngung im Frühjahr

Zu Vegetationsbeginn sind die Böden häufig noch kalt, wodurch organisch gebundener Stickstoff aus Mist oder Feststoffen der Gülle nur verzögert wirksam wird. Für den ersten Aufwuchs ist jedoch eine rasch verfügbare Stickstoffversorgung entscheidend.
Flüssige Wirtschaftsdünger wie Jauche oder separierte Gülle zeigen unter diesen Bedingungen eine schnellere Wirkung und sind daher besonders geeignet.

Festmistausbringung im Frühjahr

Die Ausbringung von Festmist im Frühjahr ist verbreitet, birgt jedoch Risiken. Frischer Mist kann durch das wachsende Gras vom Boden abgehoben werden, insbesondere bei trockener Witterung. Dies führt zu Futterverschmutzung und Nährstoffverlusten. 
Daher sollte bevorzugt gut verrotteter Mist eingesetzt werden, der sich rasch zersetzt. Wird frischer Mist ausgebracht, kann ein hoch eingestelltes Mulchgerät eingesetzt werden, um das Material zu zerkleinern und besser zu verteilen.
Ein zusätzlicher Effekt dieser Maßnahme ist die Förderung der Bestockung sowie die Unterdrückung konkurrenzstarker Unkräuter wie Ampfer. Dadurch wird die Entwicklung wertvoller Futtergräser begünstigt.

Frühjahrsweide: Zeitpunkt nicht verpassen

Für den Weideaustrieb gilt: Lieber etwas zu früh als zu spät. Ein früher Weidebeginn fördert die Bestandsentwicklung und verbessert die Futterqualität. In der Praxis wird der optimale Zeitpunkt jedoch häufig verpasst.
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