Unser Schlachthof ist bald betriebsbereit
Nach rund 1,5 Jahren Vorbereitungszeit und Konzeptentwicklung wurde am 18. August 2023 die ZÄMMA Schlacht- und Zerlege GmbH gegründet. Gesellschafter sind der Maschinenring Vorarlberg, die VMG Vermarktungsgemeinschaft Ländle Qualitätsfleisch e.Gen, Bio Vorarlberg, die Ländle Vieh Vermarktung eGen, die Spar-Lieferanten sowie Markus Gstach und Elmar Weißenbach. Das Unternehmen errichtet den Neubau und wird den Schlachthof anschließend betreiben. Nach vielen Verhandlungen und Besprechungen ist es bald so weit: Der neue Schlachthof in Rankweil-Brederis nimmt Gestalt an und wird Anfang Juli in Betrieb gehen. Um die notwendigen Umrüstungsmaßnahmen vom bisherigen auf den neuen Schlachthof durchführen zu können, findet am 12. Juni die letzte Schlachtung im alten Schlachthof der Familie Gstach statt. In der zweiten Junihälfte besteht daher an diesem Standort keine Schlachtmöglichkeit.
Geschäftsführer des neuen Schlachtbetriebes ist derzeit Reinhold Kräutler, Obmann der Fleischrinderzüchter und Biobauer in Koblach. Er war bereits in den vergangenen Jahren intensiv in den Schlachtprozess eingebunden und begleitete auch die Bauphase sehr engagiert. Für die Viehannahme ist Metzger Philipp Hochenhofer zuständig. Viehanmeldungen sind ab sofort unter T 0664/1301856 oder per E-Mail an E anmeldung@zaemma.at möglich. Vorgesehene Schlachttage sind zu Beginn Dienstag und Freitag.
Modernste Technik im Dienst des Tierwohls
Ein zentrales Thema für die Unterstützung durch das Land Vorarlberg war die Umsetzung höchster Tierwohlstandards. Errichtet wird ein geräuscharmer Wartestall mit einer Temple-Grandin-Kurve als Zutrieb zur Betäubungsbox. Die Temple-Grandin-Kurve ist ein spezielles Design für Treibgänge in der Tierhaltung insbesondere für Rinder, das darauf abzielt, Tiere stressfrei und ohne Zwang zur Betäubungsbox zu führen. Dabei wird das natürliche Instinktverhalten der Tiere genutzt, zum Ausgangspunkt zurückkehren zu wollen.
Die hochmoderne Schlachtanlage mit großzügig ausgelegten Kühlmöglichkeiten gewährleistet höchste Tierwohl- und Hygienestandards bei der Schlachtung und Zerlegung von Rindern, Kälbern, Schweinen, Schafen und Ziegen. Durch die AMA-Zertifizierung sowie die Teilnahme an allen relevanten Markenprogrammen der ZÄMMA in Vorarlberg können diese Programme direkt vom Schlachthof aus umgesetzt werden.
Kurze Wege, weniger Stress
Ein zentrales Argument für die Gesellschafter der ZÄMMA ist die Regionalität. Während Tiere in anderen Gebieten Europas oft über hunderte Kilometer zum Schlachthof transportiert werden, ist hier vorgesehen, in erster Linie Rinder und Schweine aus Vorarlberg zu schlachten. Das ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern dient in erster Linie dem Tierwohl. Gleichzeitig bleibt damit ein Teil der Wertschöpfung im Land.
Die Gesellschafter bemühen sich darum, dass künftig möglichst viele Tiere – soweit wirtschaftlich sinnvoll – im Land geschlachtet werden, anstatt lebend über weite Strecken transportiert zu werden.
Eine besondere Chance für die Direktvermarktung
Die Gesellschafter sind überzeugt, dass der neue Schlacht- und Zerlegebetrieb eine wichtige Einrichtung für die Viehwirtschaft im Ländle darstellt – insbesondere im Hinblick auf die Zukunft der regionalen Fleischvermarktung.