Qualität und Innovationsgeist
Die Vorarlberger Landwirtschaft steht vor vielfältigen Herausforderungen, kann aber gleichzeitig auf zahlreiche positive Entwicklungen bauen. Das wurde bei der Sitzung des Ausschusses für Bildung und Beratung, Innovation, Erwerbskombination, Bio und Direktvermarktung deutlich. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Organisationen berichteten über aktuelle Projekte, Entwicklungen und Zukunftsthemen.
Biomarkt wächst weiter
Trotz wirtschaftlich anspruchsvoller Rahmenbedingungen entwickelt sich die biologische Landwirtschaft weiterhin positiv. Der Bio-Anteil am Marktumsatz konnte auf 12,6 Prozent gesteigert werden. Die Entwicklung wurde allerdings vor allem durch höhere Preise und weniger durch Mengensteigerungen getragen. Durch den neuen Schlachthof eröffnen sich zusätzliche Vermarktungsmöglichkeiten, da dort nun auch die höchsten Qualitätsanforderungen des ISF Standards erfüllt werden können. Als Herausforderungen wurden die Diskussionen rund um die zukünftige Ausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik, neue genomische Techniken sowie die Umsetzung der EU-Bio-Verordnung genannt. Insbesondere die Frage der Patentierbarkeit neuer Züchtungsmethoden und der Kennzeichnung sind aus Bio-Sicht unzureichend geklärt.
Die Trockenheit des heurigen Jahres stellt zahlreiche Betriebe vor große Herausforderungen. Rund 30 Biobetriebe machten von den Sonderregelungen für den Futtermittelzukauf Gebrauch.
Die Trockenheit des heurigen Jahres stellt zahlreiche Betriebe vor große Herausforderungen. Rund 30 Biobetriebe machten von den Sonderregelungen für den Futtermittelzukauf Gebrauch.
Bildung bleibt wichtiger Erfolgsfaktor
Große Bedeutung kommt weiterhin der Aus- und Weiterbildung zu. Das Bäuerliche Schul- und Bildungszentrum Hohenems verzeichnet neben 460 Schüler/-innen mit jährlich rund 14.100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine hohe Nachfrage nach Bildungsangeboten. Erfreulich entwickelt sich die Fachschule für Berufstätige, die wieder steigende Teilnehmerzahlen aufweist.
Auch in die Infrastruktur wird investiert. Neben einem neu errichteten Fahrsilo stehen aktuell Maßnahmen zur Modernisierung und Digitalisierung des Schulbetriebes im Mittelpunkt. Diskutiert wird unter anderem die Einführung eines automatisierten Melksystems, um den Schülerinnen und Schülern moderne Technologien in der Landwirtschaft näherzubringen.
Das Ländliche Fortbildungsinstitut (LFI) konnte ebenfalls auf ein intensives Bildungsjahr zurückblicken. Mehr als 6.000 Kursteilnahmen wurden im Rahmen von ÖPUL-Weiterbildungsmaßnahmen registriert. Besonders gefragt waren Veranstaltungen zu Biodiversität, Bodenschutz und Humuserhalt. Der Anteil digitaler Bildungsangebote wächst laufend und macht mittlerweile einen wichtigen Teil des Kursprogramms aus.
Auch in die Infrastruktur wird investiert. Neben einem neu errichteten Fahrsilo stehen aktuell Maßnahmen zur Modernisierung und Digitalisierung des Schulbetriebes im Mittelpunkt. Diskutiert wird unter anderem die Einführung eines automatisierten Melksystems, um den Schülerinnen und Schülern moderne Technologien in der Landwirtschaft näherzubringen.
Das Ländliche Fortbildungsinstitut (LFI) konnte ebenfalls auf ein intensives Bildungsjahr zurückblicken. Mehr als 6.000 Kursteilnahmen wurden im Rahmen von ÖPUL-Weiterbildungsmaßnahmen registriert. Besonders gefragt waren Veranstaltungen zu Biodiversität, Bodenschutz und Humuserhalt. Der Anteil digitaler Bildungsangebote wächst laufend und macht mittlerweile einen wichtigen Teil des Kursprogramms aus.
Erfolgreiche Meisterausbildung
Positiv entwickelte sich auch die land- und forstwirtschaftliche Berufsausbildung. Zwar ging die Zahl der Lehrlinge leicht zurück, gleichzeitig konnten zahlreiche Facharbeiter- und Meisterabschlüsse erfolgreich abgelegt werden.
Besonders erfreulich verlief der Abschluss des Meisterkurses Landwirtschaft 2023 bis 2026. Alle 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestanden die Meisterprüfung erfolgreich. Der neue Meisterkurs ist bereits gestartet und zeigt, dass die Bereitschaft zur fachlichen Weiterbildung in der Landwirtschaft weiterhin hoch ist.
Besonders erfreulich verlief der Abschluss des Meisterkurses Landwirtschaft 2023 bis 2026. Alle 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestanden die Meisterprüfung erfolgreich. Der neue Meisterkurs ist bereits gestartet und zeigt, dass die Bereitschaft zur fachlichen Weiterbildung in der Landwirtschaft weiterhin hoch ist.
Direktvermarktung baut Angebot aus
Die Direktvermarktung bleibt für viele bäuerliche Familienbetriebe ein wichtiges wirtschaftliches Standbein. Der Verein vom Ländle Bur vertritt aktuell 127 Mitgliedsbetriebe und arbeitet laufend an Verbesserungen in Vermarktung und Service.
Ein bedeutendes Projekt war die Einführung eines gemeinsamen Pfandsystems für Direktvermarkter. Dadurch sollen Abläufe vereinfacht und der Verwaltungsaufwand reduziert werden. Gleichzeitig wird die Digitalisierung weiter ausgebaut. Eine neue Online-Plattform soll künftig Information, Vernetzung und Vermarktung noch stärker miteinander verbinden. Große Nachfrage besteht weiterhin nach Beratungen zu Kennzeichnung, Lebensmittelrecht, Sozialversicherung und baurechtlichen Fragen. Auch der Online-Shop Körix entwickelt sich erfolgreich und bietet inzwischen mehr als 1.000 regionale Produkte an.
Ein bedeutendes Projekt war die Einführung eines gemeinsamen Pfandsystems für Direktvermarkter. Dadurch sollen Abläufe vereinfacht und der Verwaltungsaufwand reduziert werden. Gleichzeitig wird die Digitalisierung weiter ausgebaut. Eine neue Online-Plattform soll künftig Information, Vernetzung und Vermarktung noch stärker miteinander verbinden. Große Nachfrage besteht weiterhin nach Beratungen zu Kennzeichnung, Lebensmittelrecht, Sozialversicherung und baurechtlichen Fragen. Auch der Online-Shop Körix entwickelt sich erfolgreich und bietet inzwischen mehr als 1.000 regionale Produkte an.
Urlaub am Bauernhof weiter auf Erfolgskurs
Sehr positiv fällt die Bilanz bei „Urlaub am Bauernhof“ aus. Die Organisation zählt derzeit 133 Mitgliedsbetriebe. Im laufenden Jahr kamen zehn neue Höfe hinzu. Besonders erfreulich entwickelte sich die Nachfrage nach Urlaub am Bauernhof. Die Online-Buchungen stiegen um mehr als ein Viertel. Bereits rund 40 Prozent aller Reservierungen erfolgen mittlerweile digital. Gleichzeitig bleibt die Qualitätssicherung ein zentrales Thema. Zahlreiche Betriebe wurden im Rahmen regelmäßiger Qualitätskontrollen überprüft und weiterentwickelt.
Green Care schafft neue Perspektiven
Zunehmend an Bedeutung gewinnen auch soziale Dienstleistungen in der Landwirtschaft. Green Care eröffnet bäuerlichen Familien zusätzliche Einkommensmöglichkeiten in den Bereichen Betreuung, Bildung, Gesundheit und soziale Integration. Derzeit sind in Vorarlberg fünf zertifizierte Green-Care-Betriebe aktiv. Die vorgestellten Praxisbeispiele zeigten eindrucksvoll, welche Chancen sich durch die Verbindung von Landwirtschaft und sozialen Angeboten ergeben. Gleichzeitig wurde deutlich, dass diese Tätigkeiten hohe fachliche Anforderungen mit sich bringen und entsprechende Unterstützung benötigen.
Landwirtschaft investiert in die Zukunft
Die Berichte machten deutlich, dass die Vorarlberger Landwirtschaft weiterhin stark auf Qualität, Bildung und Innovation setzt. Ob Bio-Produktion, Weiterbildung, Direktvermarktung, Urlaub am Bauernhof oder Green Care: In allen Bereichen wird intensiv daran gearbeitet, neue Chancen zu nutzen und die Betriebe zukunftsfit aufzustellen. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten bleiben Qualifikation, regionale Wertschöpfung und unternehmerische Vielfalt entscheidende Erfolgsfaktoren für die bäuerlichen Familienbetriebe.