Steirischer Holunder: Vom Hausstrauch zur Erfolgskultur
Vom einfachen Anbau zur professionellen Spezialkultur
Was einst als vergleichsweise einfach zu bewirtschaftende Obstkultur galt, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark weiterentwickelt. Moderne Holunderanlagen werden exakt geplant, intensiv gepflegt und professionell beerntet. Sortenwahl, Kulturführung, Pflanzenschutz und Erntemanagement haben eine große Bedeutung. Gleichzeitig arbeiten Forschung, Beratung und Praxis laufend an Verbesserungen der Anbausysteme.
Auch die Anbaufläche hat sich auf hohem Niveau eingependelt. Die Steirische Beerenobstgenossenschaft konnte ihre Holunderproduktion seit den ersten Ernten in den 1970er-Jahren stark ausbauen und vermarktet heute jährlich mehrere Tausend Tonnen.
Auch die Anbaufläche hat sich auf hohem Niveau eingependelt. Die Steirische Beerenobstgenossenschaft konnte ihre Holunderproduktion seit den ersten Ernten in den 1970er-Jahren stark ausbauen und vermarktet heute jährlich mehrere Tausend Tonnen.
Gefragter Rohstoff für die Lebensmittelverarbeitung
Der überwiegende Teil der Holunderernte wird nicht direkt konsumiert, sondern professionell verarbeitet. Besonders gefragt sind die hohen Gehalte an natürlichen Farbstoffen, den sogenannten Anthocyanen und wertvollen sekundären Pflanzenstoffen. Keine andere heimische Frucht weist eine vergleichbare Farbintensität auf. Daher wird Holunder weltweit als wertgebender Zusatz für Getränke, Süßwaren und zahlreiche Lebensmittel verwendet.
Daneben findet Holunder Verwendung in der Saftindustrie, bei Naturheilprodukten sowie zunehmend auch in Nahrungsergänzungsmitteln und der Pharmaindustrie.
Daneben findet Holunder Verwendung in der Saftindustrie, bei Naturheilprodukten sowie zunehmend auch in Nahrungsergänzungsmitteln und der Pharmaindustrie.
Erfolgsmodell Steirische Beerenobstgenossenschaft
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des österreichischen Holunderanbaus ist die Einhandvermarktung durch die Steirische Beerenobstgenossenschaft. Sie bündelt die Ernten von hunderten Vertragsbetrieben, organisiert Übernahme, Lagerung und Vermarktung und sorgt für eine hohe Liefersicherheit gegenüber den Kunden.
Für die Landwirtinnen und Landwirte bietet dieses System einen großen Vorteil: Die Vermarktung erfolgt professionell über eine etablierte Organisation, wodurch bestmögliche Preise und ein verlässlicher Absatz gewährleistet werden. Gleichzeitig profitieren die Abnehmer von gleichbleibender Qualität und ausreichenden Mengen.
Für die Landwirtinnen und Landwirte bietet dieses System einen großen Vorteil: Die Vermarktung erfolgt professionell über eine etablierte Organisation, wodurch bestmögliche Preise und ein verlässlicher Absatz gewährleistet werden. Gleichzeitig profitieren die Abnehmer von gleichbleibender Qualität und ausreichenden Mengen.
Superfood aus heimischem Anbau
Doch nicht nur die Farbe macht Holunder interessant. Die Beeren enthalten zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe. Sie liefern unter anderem Vitamin A, Vitamine der B-Gruppe und Vitamin C sowie Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium und Eisen. Dadurch tragen sie wesentlich zum gesundheitlichen Wert der Frucht bei.
Besonders geschätzt werden die Anthocyane und weiteren Pflanzenstoffe. Sie verleihen den Früchten nicht nur ihre intensive dunkle Farbe, sondern werden auch mit antioxidativen Eigenschaften in Verbindung gebracht. Holunderprodukte genießen seit Langem den Ruf eines heimischen „Superfoods“ und haben einen wichtigen Platz in der Volksmedizin.
Besonders geschätzt werden die Anthocyane und weiteren Pflanzenstoffe. Sie verleihen den Früchten nicht nur ihre intensive dunkle Farbe, sondern werden auch mit antioxidativen Eigenschaften in Verbindung gebracht. Holunderprodukte genießen seit Langem den Ruf eines heimischen „Superfoods“ und haben einen wichtigen Platz in der Volksmedizin.
Erntezeit und Verarbeitung
Die Ernte der Holunderbeeren beginnt – je nach Sorte und Standort – ab Mitte August und reicht bis Anfang Oktober. Geerntet werden ausschließlich voll ausgereifte, dunkel gefärbte Fruchtstände.
Wichtig zu wissen: Holunderbeeren dürfen nicht roh verzehrt werden. Sie enthalten den pflanzeneigenen Inhaltsstoff Sambunigrin, der insbesondere in unreifen Früchten zu Übelkeit, Erbrechen und Verdauungsbeschwerden führen kann. Erst durch ausreichendes Erhitzen wird dieser Stoff unschädlich gemacht.
Deshalb werden Holunderbeeren vor allem zu Saft, Gelee, Marmelade, Mus, Kompott, Likör oder Sirup verarbeitet.
Die Früchte verderben rasch und sollten unmittelbar nach der Ernte verarbeitet oder tiefgekühlt werden. Unreife Beeren sollten unbedingt aussortiert werden!
Wichtig zu wissen: Holunderbeeren dürfen nicht roh verzehrt werden. Sie enthalten den pflanzeneigenen Inhaltsstoff Sambunigrin, der insbesondere in unreifen Früchten zu Übelkeit, Erbrechen und Verdauungsbeschwerden führen kann. Erst durch ausreichendes Erhitzen wird dieser Stoff unschädlich gemacht.
Deshalb werden Holunderbeeren vor allem zu Saft, Gelee, Marmelade, Mus, Kompott, Likör oder Sirup verarbeitet.
Die Früchte verderben rasch und sollten unmittelbar nach der Ernte verarbeitet oder tiefgekühlt werden. Unreife Beeren sollten unbedingt aussortiert werden!
Holunder auf einen Blick
- Nach dem Apfel die zweitwichtigste Obstart der Steiermark.
- Professioneller Anbau seit den 1970er-Jahren.
- Hauptanbaugebiet: Südoststeiermark.
- Wichtiger Rohstoff für die Lebensmittelindustrie und zunehmend für Nahrungsergänzungsmittel.
- Reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Anthocyanen.
- Erntezeit: Mitte August bis Anfang Oktober.
- Beeren niemals roh verzehren – vor dem Genuss immer erhitzen.