Neubau mit viel Eigenleistung
Mit am Hof leben auch noch die beiden Söhne Tobias und Jodok. Magdalena, die Schwester, lebt in Bezau. Die Arbeit am Milchviehbetrieb wird in erster Linie von Martin und Tobias im Nebenerwerb und Mutter Carmen im „Vollerwerb“ erledigt. Die Geschwister helfen bei Bedarf ebenfalls immer mit. Alle drei „Geiger-Männer“ gehen zudem einem handwerklichen Beruf nach. „Bei unserem Bauprojekt konnten wir also mit Unterstützung von Freunden und Verwandten viel Eigenleistung einbringen. Das spart nicht nur Geld, sondern macht es auch mit der Terminplanung einfacher“, schmunzelt Tobias, der auch als Hofnachfolger bereits feststeht. Das ist auch der Grund, warum er sich intensiv mit der Zukunft des Betriebs beschäftigt und ihm Vater Martin dabei schon freie Hand lässt. Die Familie bewirtschaftet 18 Hektar Grünland und knapp 2,5 Hektar Wald. Das hat natürlich auch den Vorteil, dass das meiste Holz für den Neubau aus dem eigenen Wald kam. Im Stall stehen derzeit 14 Milchkühe, 15 Mastziegen und einige Mast- und Legehühner.
Mehrzweckgebäude
Der Neubau ist ein Mehrzweckgebäude, in erster Linie für die belüftete Heulagerung, dazu eine Maschinenhalle und ein neuer Jungviehbereich. „Wir hatten vor ein paar Jahren die Möglichkeit, zusätzliche Pachtflächen zu bekommen, und somit stellte sich die Frage nach der Heulagerung. Bis zum Neubau haben wir Ballen gepresst, was sehr zeitaufwendig war. Da wir alle drei berufstätig sind, waren wir uns einig, eine möglichst betriebseffiziente Lösung zu finden. Da im Hauptstall keine Erweiterungsmöglichkeit bestand, haben wir beschlossen, ein neues Gebäude zu errichten, um ein großes Heulager unterzubringen. Das erspart nicht nur die kostenintensive Pressung, sondern steigert auch die Grundfutterqualität“, erklärt Tobias. Jetzt gab es aber ein Problem zu lösen. So schön die Hanglage auch zum Wohnen ist, so begrenzt sind die Möglichkeiten für eine Betriebserweiterung. Gemeinsam mit Planer Daniel Von der Thannen von der Landwirtschaftskammer wurde aber eine ausgezeichnete Lösung gefunden. Das neue Gebäude wurde praktisch in den Hang gegenüber dem alten Stall gebaut. Dazwischen liegt der fünf Meter breite Hofweg. Nun kam es zu einer besonderen Lösung. Der Neubau wurde exakt so angelegt, dass die Heukranschienen direkt in den Neubau verlängert werden konnten. Somit kann Tobias mit dem bestehenden Heukran in acht Metern Höhe zwischen beiden Gebäuden hin- und herfahren. Zusätzlich wäre es in einem weiteren Ausbauschritt möglich, die Heukranstrecke im Neubau im Bedarfsfall über die ganze Breite des Gebäudes auszubauen.
Heu und Futtertisch
Das neue Gebäude hat eine Grundfläche von 360 Quadratmetern und eine Höhe von acht Metern. Insgesamt können hier jetzt 1.000 Kubikmeter Heu gelagert werden. Zusätzlich gibt es 17 großzügige Tiefststroh-Stellplätze für das Jungvieh und über dem Stall befindet sich die neue Maschinenhalle. Getrocknet wird das Heu noch im alten Stall, da der Heulüfter erst drei Jahre alt ist. Nach der Trockung wird das Heu mit dem Kran in das neue Gebäude gebracht. Hier sind auch mehrere Bodenluken eingebaut, damit Futter direkt über den Futtertisch zugeführt werden kann. Der Jungviehstall ist auch so konstruiert, dass möglichst viel Frischluft zirkulieren kann. Die Vorderseite mit dem Futtertisch ist völlig offen und durch einen Curtain im Bedarfsfall geschützt. „Wie wir diesen Sommer gesehen haben, werden die Temperaturen im Sommer zunehmend zum Problem. Darum haben wir den Tierbereich auch so im Gebäude integriert, dass nur am Morgen die Sonne auf die Außenmauer scheint. Ab dem späten Vormittag liegt dieser Gebäudeteil auf der Schattenseite. Im Sommer ist das Jungvieh dann sowieso auf der Alpe. Mit dem neuen Gebäude sparen wir viel Arbeitszeit und Kosten und haben für unser Jungvieh höchstes Tierwohl erreicht“, freut sich Tobias.
Zukunftsfit werden
Das Gebäude ist jetzt seit einem Jahr in Betrieb und hat sich bestens bewährt. Neben der Milcherzeugung wird auch ein Teil des Jungviehs geschlachtet und direkt vermarktet. Daniel Von der Thannen hat im Zuge der Planung des Neubaus auch ein Gesamtbetriebskonzept für den Umbau des Anbindestalls in einen Laufstall erstellt. Das könnte ein nächster Schritt in der Weiterentwicklung des Hofes sein.
Auch energetisch hat man sich schon länger auf die Zukunft vorbereitet und eine 20-kW-Photovoltaikanlage auf dem Hausdach installiert. Damit kann der Großteil des Strombedarfs am Hof erzeugt werden.
Wie Tobias die Umsetzung beschreibt, zeigt, dass es sich um ein echtes Familienprojekt gehandelt hat. Jeder hat sich Gedanken gemacht, hat Ideen gewälzt und ist dann mit klaren Vorstellungen zur Planungsabteilung der Landwirtschaftskammer gegangen. „Mit Daniel haben wir einen exzellenten Planer gefunden, der unsere Ideen aufgenommen und weiterentwickelt hat. Dafür ein herzliches Dankeschön. Für uns war es außerdem wichtig, dieses Projekt kostengünstig umzusetzen. Mit sehr viel Eigenleistung und der Unterstützung toller Partnerfirmen ist uns das auch gelungen“, freut sich Tobias. Man darf gespannt sein, wie es am Geigerhof mit so einem engagierten und begeisterten Junglandwirt weitergehen wird.
Auch energetisch hat man sich schon länger auf die Zukunft vorbereitet und eine 20-kW-Photovoltaikanlage auf dem Hausdach installiert. Damit kann der Großteil des Strombedarfs am Hof erzeugt werden.
Wie Tobias die Umsetzung beschreibt, zeigt, dass es sich um ein echtes Familienprojekt gehandelt hat. Jeder hat sich Gedanken gemacht, hat Ideen gewälzt und ist dann mit klaren Vorstellungen zur Planungsabteilung der Landwirtschaftskammer gegangen. „Mit Daniel haben wir einen exzellenten Planer gefunden, der unsere Ideen aufgenommen und weiterentwickelt hat. Dafür ein herzliches Dankeschön. Für uns war es außerdem wichtig, dieses Projekt kostengünstig umzusetzen. Mit sehr viel Eigenleistung und der Unterstützung toller Partnerfirmen ist uns das auch gelungen“, freut sich Tobias. Man darf gespannt sein, wie es am Geigerhof mit so einem engagierten und begeisterten Junglandwirt weitergehen wird.
Neubau Heulager mit Jungviehstall und Maschinenhalle
Bauherren: Familie Geiger
Planung: Daniel Von der Thannen, LK Vorarlberg
Partnerfirmen:
- Nebenerwerb, Milchviehbetrieb
- 18 Hektar Grünland (ein Teil in Pacht) und 2,5 Hektar Wald
- Photovoltaik mit 20 kW
Planung: Daniel Von der Thannen, LK Vorarlberg
Partnerfirmen:
- Materialien fürs Dach: Dachdeckerei Rusch, Alberschwende
- Betonarbeiten: Baufirma Moosbrugger-Muxel, Schoppernau
- Stalleinrichtung: Stalltechnik Eres Milan, Satteins
- Erdarbeiten: Peter Bau, Schwarzenberg
- Elektrik: Elektro Fink, Riefensberg
- Holzzuschnitt: Sägewerk Troy, Egg
- Aushubarbeiten: Felder GmbH, Mellau