Nachsaat als Chance
Besonders in Regionen mit flachgründigen Böden oder geringer Wasserspeicherfähigkeit führen langanhaltende Dürrephasen zu erheblichen Ertragseinbußen und einer Veränderung der Pflanzenbestände. Lückenhafte Narben bieten unerwünschten Kräutern und minderwertigen Gräsern ideale Etablierungsmöglichkeiten. Eine fachgerecht durchgeführte Nachsaat kann dabei helfen, die Leistungsfähigkeit des Grünlandes rasch wiederherzustellen und langfristig zu sichern.
Dürreschäden richtig beurteilen
Vor jeder Nachsaat sollte das tatsächliche Ausmaß der Schäden erfasst werden. Nicht jede braune Wiese ist dauerhaft geschädigt. Viele wertvolle Futtergräser verfügen über Regenerationsmechanismen und treiben nach ausreichenden Niederschlägen wieder aus.
Kritisch wird es, wenn:
Kritisch wird es, wenn:
- mehr als 20 bis 30 Prozent der Grasnarbe offen liegen,
- Ertragsbildner wie Deutsches Weidelgras oder Wiesenrispe deutlich zurückgegangen sind,
- Gemeine Rispe, Ampfer, Disteln oder andere Problemkräuter zunehmen,
- die Futterqualität merklich abnimmt.
Der richtige Zeitpunkt entscheidet
Für den Erfolg einer Nachsaat ist die Bodenfeuchtigkeit von entscheidender Bedeutung. Die besten Ergebnisse werden häufig im Spätsommer und Frühherbst erzielt. Die Böden sind noch ausreichend warm, gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit für regelmäßige Niederschläge.
Vorteile einer Herbstnachsaat:
- geringerer Konkurrenzdruck durch Altbestand
- bessere Jugendentwicklung der Gräser
- niedrigere Verdunstungsraten
- weniger Stress durch Sommerhitze
Vorbereitung der Fläche
Eine erfolgreiche Nachsaat setzt einen guten Bodenschluss des Saatguts voraus. Verfilzte Altbestände, abgestorbene Pflanzenreste und Maulwurfshügel sollten deshalb vor der Aussaat bearbeitet werden.
Geeignete Maßnahmen sind:
Je mehr Boden sichtbar wird, desto besser sind die Keimbedingungen für die eingesäten Gräser.
Geeignete Maßnahmen sind:
- striegeln oder anrauen der Narbe
- Abschleppen von Pflanzenresten
- Einebnen von Fahrspuren und Erdhaufen
- gegebenenfalls eine leichte Nachdüngung.
Je mehr Boden sichtbar wird, desto besser sind die Keimbedingungen für die eingesäten Gräser.
Die richtige Saatgutmischung auswählen
Die Wahl der Mischung sollte sich am Nutzungsziel und Standort orientieren. Besonders bewährt haben sich trockenheitsverträgliche Arten wie:
- Knaulgras
- Rohrschwingel
- Wiesenschwingel
- Wiesenrispe
- trockenheitstolerante Sorten des Deutschen Weidelgrases
Aussaattechnik und Saatmenge
Moderne Grünland-Nachsaatgeräte ermöglichen eine präzise Saatgutablage. Die Saat sollte möglichst flach erfolgen, da die meisten Gräser Lichtkeimer sind.
Empfehlungen:
Empfehlungen:
- Saatmenge: 15 bis 25 kg/ha je nach Lückenanteil
- Saattiefe: maximal 1 cm
- anschließendes Anwalzen zur Verbesserung des Bodenschlusses.
Nutzung nach der Nachsaat
Junge Gräser benötigen ausreichend Licht. Deshalb sollte der erste Schnitt oder die erste Beweidung rechtzeitig erfolgen, sobald der Altbestand die Nachsaat zu beschatten droht.
Wichtig ist:
Wichtig ist:
- keine zu intensive Beweidung
- keine hohen Viehbesatzdichten
- Befahrung nur bei tragfähigen Bodenverhältnissen.
Wirtschaftlichkeit der Maßnahme
Die Kosten einer Nachsaat liegen deutlich unter den Ausgaben für eine Grünlanderneuerung. Gleichzeitig können Ertrag, Futterqualität und Bestandesdichte rasch verbessert werden. Angesichts zunehmender Wetterextreme gewinnt die Nachsaat als regelmäßige Pflegemaßnahme an Bedeutung.
Betriebe, die offene Stellen frühzeitig schließen und trockenheitsverträgliche Arten fördern, erhöhen die Widerstandsfähigkeit ihrer Grünlandbestände. Nachsaat ist damit nicht nur eine Reparaturmaßnahme nach Dürreschäden, sondern ein wichtiger Baustein für ein zukunftsfähiges Grünlandmanagement.
Betriebe, die offene Stellen frühzeitig schließen und trockenheitsverträgliche Arten fördern, erhöhen die Widerstandsfähigkeit ihrer Grünlandbestände. Nachsaat ist damit nicht nur eine Reparaturmaßnahme nach Dürreschäden, sondern ein wichtiger Baustein für ein zukunftsfähiges Grünlandmanagement.
Fazit:
Dürreperioden werden auch künftig Teil der landwirtschaftlichen Realität bleiben. Eine fachgerecht geplante Nachsaat bietet die Möglichkeit, Ertragsverluste zu begrenzen, die Futterqualität zu sichern und die Klimastabilität des Grünlandes nachhaltig zu verbessern. Entscheidend für den Erfolg sind der richtige Zeitpunkt, ausreichend Bodenfeuchte sowie eine standortangepasste Saatgutmischung.
Nähere Infos
Ing. Christian Meusburger: T 05574/400-330 oder E christian.meusburger@lk-vbg.at