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Nährstoffoptimierung im Bio-Dauergrünland

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07.04.2026 | von DI Jakob Gadermaier, BIO AUSTRIA OÖ

Der Grundstein für den wirtschaftlichen Erfolg in der Wiederkäuerhaltung wird am Grünland gelegt. Gerade im Biolandbau stellt das Nährstoffmanagement jedoch eine besondere Herausforderung dar.

Grünlandflächen.jpg © Michaela Theurl
Eine abgestufte Bewirtschaftung der Grünlandflächen sowie ein effizienter Wirtschaftsdüngereinsatz helfen die Leistungsfähigkeit des Bio Dauergrünlands langfristig zu sichern © Michaela Theurl
Durch die Abfuhr von Ernteprodukten werden laufend Nährstoffe aus dem Betriebskreislauf entfernt. Mit jedem Kilogramm Milch, Fleisch oder Futter verlassen wichtige Haupt- und Spurenelemente den Betrieb. Gleichzeitig ist die Menge an verfügbaren Wirtschaftsdüngern auf vielen Bio-Betrieben begrenzt.

Damit Nährstoffkreisläufe langfristig funktionieren, braucht es ein bewusstes Management der vorhandenen Ressourcen. Entscheidend ist, dass Nährstoffe, die durch die Nutzung entzogen werden, wieder in das System zurückgeführt werden und gleichzeitig Bodenleben und Bodenstruktur erhalten bleiben.

Abgestufter Wiesenbau als Strategie

Ein Ansatz, um mit begrenzten Nährstoffmengen effizient umzugehen, ist der abgestufte Wiesenbau. Dabei werden die Grünlandflächen eines Betriebes in ihrer Bewirtschaftungsintensität differenziert. Ertragsstärkere Flächen mit guter Bodenbonität und günstiger Lage werden intensiver genutzt und entsprechend mit Nährstoffen versorgt. Auf weniger geeigneten Flächen wird die Nutzung reduziert und auch die Düngung geringer gehalten.

Ziel dieses Systems ist es, jene Flächen, die für die Grundfutterproduktion besonders wichtig sind, bedarfsgerecht zu versorgen und dort hochwertige Pflanzenbestände zu erhalten. Gleichzeitig können nutzungsreduzierte Flächen zur Entlastung der Nährstoffbilanz beitragen und bieten zudem Potenzial für eine höhere Artenvielfalt. Damit wird ein Gleichgewicht zwischen Nutzung, Nährstoffversorgung und Pflanzenbestand angestrebt.

Wirtschaftsdünger gezielt einsetzen

Im biologisch geführten Grünland sind Wirtschaftsdünger die wichtigsten Nährstofflieferanten für Pflanzen, Boden und Bodenlebewesen. Die vorhandene Menge ist jedoch häufig begrenzt, weshalb Planung und Effizienz im Wirtschaftsdüngermanagement entscheidend sind.

Grundsätzlich stehen feste Wirtschaftsdünger wie Mist oder Kompost sowie flüssige Formen wie Gülle oder Jauche zur Verfügung. Jede dieser Formen hat ihren Platz im Betriebssystem. Auf intensiv genutzten Vielschnittwiesen ist Gülle meist der geeignetere Düngestoff, während Festmist und Kompost besonders auf extensiveren Flächen oder im Rahmen einer Herbstdüngung eingesetzt werden können.

Wichtig ist eine realistische Düngeplanung. Die vorhandenen Wirtschaftsdünger sollten nicht nach dem "Gießkannenprinzip" verteilt werden, sondern entsprechend der Ertragsfähigkeit und Nutzungsintensität der einzelnen Flächen. Ebenso entscheidend sind eine verlustarme Lagerung und eine möglichst effiziente Ausbringung. Kühle Witterung, bedeckter Himmel und leichte Niederschläge nach der Ausbringung tragen dazu bei, Nährstoffverluste zu reduzieren und die Wirkung der Dünger zu verbessern.

Rotklee gezielt nutzen

Neben der Düngung rückt zunehmend auch die gezielte Steuerung der Pflanzenzusammensetzung im Grünland in den Fokus. Ein Ansatz, der aktuell verstärkt diskutiert wird, ist der gezielte Einsatz von Rotklee über Nachsaaten. Durch seine Fähigkeit zur biologischen Stickstoffbindung über Knöllchenbakterien sowie seinen tiefreichenden Wurzeltiefgang kann Rotklee zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit beitragen und zusätzlich hochwertiges Eiweißfutter liefern.

Erfahrungen aus Praxisversuchen zeigen jedoch auch, dass diese Strategie nur unter bestimmten Voraussetzungen erfolgreich ist. Entscheidend sind ausreichend große Lücken im Bestand, ein pH Wert >5,5 und eine ausreichende Phosphorversorgung. Auch die Witterung nach der Saat spielt eine zentrale Rolle, da die feinen Samen oberflächlich abgelegt werden und über einen längeren Zeitraum ausreichend Feuchtigkeit benötigen.

Hinzu kommt, dass vielfach verfügbare Rotkleesorten ursprünglich aus dem Ackerfutterbau stammen und im Dauergrünland meist nur eine begrenzte Lebensdauer von zwei bis drei Jahren aufweisen. Trotz dieser Einschränkungen zeigen Versuche, dass raschwüchsige Rotkleesorten vor allem in trockeneren Jahren durch ihren Wurzeltiefgang und die Stickstoffbindung einen positiven Beitrag zur Bodenfruchtbarkeit leisten können. Der gezielte Einsatz von Rotklee im Dauergrünland stellt daher einen interessanten Ansatz dar, dessen Potenzial in der Praxis weiterhin erprobt wird.

Fazit

Eine nachhaltige Nährstoffversorgung im Bio-Dauergrünland basiert auf mehreren Bausteinen. Entscheidend sind ein bewusstes Management der Nährstoffkreisläufe, eine abgestufte Bewirtschaftung der Grünlandflächen sowie ein effizienter und verlustarmer Einsatz der vorhandenen Wirtschaftsdünger, um die Leistungsfähigkeit des Dauergrünlands und die Qualität des Grundfutters langfristig zu sichern.

BIO AUSTRIA OÖ und das Referat Biolandbau (LK OÖ) bieten zu diesem Thema gezielte Beratungen, gerne auch Vorort, an.
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