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Maisunkrautbekämpfung ohne Terbuthylazin - wo liegen die Knackpunkte?

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12.01.2026 | von DI Hubert Köppl

Abbauprodukte des Wirkstoffes werden in Oberösterreich immer wieder im Grundwasser gefunden. Beim Verzicht auf Produkte mit Terbuthylazin sind einige Dinge zu beachten. Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich hat in den letzten Jahren viele Versuche dazu durchgeführt. Landwirte, die ihre Flächen in Wasserschutz- und Schongebieten haben oder an der ÖPUL-Maßnahme "Vorbeugender Grundwasserschutz - Acker" teilnehmen, dürfen Produkte mit diesem Wirkstoff schon längere Zeit nicht einsetzen.

Auflagen

Herbizide, die den Wirkstoff Terbuthylazin enthalten (z.B. Aspect Neo, Aspect Pro, Spectrum Gold, Successor Tx, ...) dürfen innerhalb von drei Jahren nur mehr einmal auf derselben Fläche ausgebracht werden. Die untenstehende Tabelle gibt darüber Auskunft. Terbuthylazinhältige Produkte dürfen heuer angewendet werden, wenn das letzte Mal 2023 solche Mittel auf dieser Fläche ausgebracht wurden. Leider wird der Wirkstoff durch Abdrift auch auf Nachbarflächen verfrachtet, wodurch es v.a. im Biolandbau Probleme geben kann.
Terbulazin.png © LK OÖ/Köppl
Terbuthylazinhältige Produkte dürfen nur alle 3 Jahre auf der selben Fläche eingesetzt werden © LK OÖ/Köppl

Strategien ohne Terbuthylazin

Saatbettbereitung
Wird Mais in Mulchssaat angebaut, so ist zu beurteilen, ob die ev. vorhandene Verunkrautung mit mechanischen Methoden im Zuge der Saatbettvorbereitung bekämpft werden kann. Wichtig dabei ist, die Unkräuter nicht zu groß werden zu lassen, bei trockenen Bedingungen zu arbeiten und Knollen zu vermeiden. Der Einsatz von Glyphosat sollte eine Ausnahme bleiben. Sind noch nicht abgefrostete Zwischenfrüchte vorhanden, so muss auf jeden Fall vor der Anwendung eine mechanische Bearbeitung erfolgen. Die Aufwandmengen und Auflagen bei den einzelnen Produkten sind zu beachten.

Mechanische Methoden
Über die Versuche und Ergebnisse der mechanischen Unkrautregulierung gibt ein Artikel in dieser Ausgabe Auskunft. Mechanische Unkrautbekämpfung in Mais und Soja | Landwirtschaftskammer Oberösterreich
Bei Verzicht auf den Wirkstoff Terbuthylazin muss auch mehr auf Knöteriche geachtet werden.jpg © LK OÖ/Köppl
Bei Verzicht auf den Wirkstoff Terbuthylazin muss auch mehr auf Knöteriche geachtet werden © LK OÖ/Köppl

Herbizideinsatz - auf welche Unkräuter ist besonders zu achten?

Es kommen immer mehr Produktkombinationen ohne den Wirkstoff auf den Markt, heuer z.B. Dragster und Maista.
 
Die Palette der Produkte ohne Terbuthylazin ist relativ groß, trotzdem ist bei manchen Unkräutern besondere Vorsicht geboten. Im letzten Jahr waren auf manchen Standorten aus der Zwischenfrucht stammende Ehrenpreis-Arten schwierig in den Griff zu bekommen, regional treten Storchschnabel-Arten stark auf, Knöterich-Arten sind ebenfalls zu achten. Kamille-Stöcke und Einjährige Rispe aus der Zwischenfrucht können auch zu einem Problem werden. In Regionen mit Beifußblättriger Ambrosie und extrem hohem Hirsedruck muss ebenfalls die Behandlungsstrategie leicht angepasst werden.

Ehrenpreis läuft im Wintergetreide bereits im Herbst auf und wird dort mit einer Herbstbehandlung von allen Produkten gut erfasst. Selektiert wird er durch den einseitigen Einsatz von ALS-hältigen Produkten ("Sulfonylharnstoffe") im Frühjahr. Sind Ehrenpreis-Stöcke in der Zwischenfrucht nicht mechanisch zu bekämpfen, kann vor bzw. kurz nach dem Anbau noch mit zugelassenen glyphosatehältigen Produkten eine Bekämpfung  erfolgen. Im Mais zeigt der Wirkstoff Pendimethalin in Stomp Aqua (Vorauflauf und früher Nachauflauf) und Spectrum Plus (nur Vorauflauf) eine sehr gute Wirkung. Adengo erfasst den Ehrenpreis auch bis zum frühen Nachauflauf, auch Produkte mit dem Wirkstoff Mesotrion (z.B. diverse Elumis-Packs) haben eine gewisse Wirkung. MaisTer Power erfasst ihn bis zum 4-Blattstadium.

Knöteriche werden mit Adengo gut erfasst, auch Casper als Mischpartner bzw. Produkte mit dem Wirkstoff Prosulfuron (z.B. Peak) verstärken die Knöterichwirkung.

Bei extremem Hirsedruck ist es wichtig, die Ungräser in kleinem Stadium zu behandeln (Mais max. im 3-4-Blattstadium).

Storchschnabel (tritt auf leicht sauren Standorten stärker auf) wird bei feuchter Witterung im VA- oder frühem NA mit einer Kombination aus 2,5 l/ha Stomp Aqua und 1,4 l/ha Spectrum sehr gut erfasst, Spectrum Plus (4 l/ha) besitzt nur eine Zulassung im VA. Bei Trockenheit kann im NA-Verfahren 1,5 l/ha MaisTer Power eingesetzt werden; plus ein dicambahältiges Produkt, z.B. 0,45 l/ha Delion (MaisTer Power Plus) oder Mais Banvel flüssig bei Resistenzgefahr durch Amaranth oder Weißem Gänsefuß.

Bei Ambrosie haben z.B. Laudis, Laudis Profi oder Peak/Casper eine gute Wirkung.

Gegen Einjähriger Rispe nach z.B. lückigen Zwischenfruchtanbau kann bei Mulchsaat und feuchter Witterung entweder mit Glyphosat vor dem Maisanbau reagiert werden oder man setzt im NA-Verfahren einen gräserwirksamen Sulfonylharnstoff ein.

In Jahren, wo der Mais wegen z.B. Kälte oder Bodenschädlingen nur langsam wegwachsen kann und der Boden erst spät bedeckt wird, ist die Kombination von nur blattaktiven Kombinationen (z.B. Kwizda Maispack) mit einem bodenaktiven Produkt sinnvoll (z.B. Spectrum, Successor 600).
Bis zum 4-Blattstadium des Maises soll die Unkrautbekämpfung abgeschlossen sein.jpg © LK OÖ/Köppl
Bis zum 4-Blattstadium des Maises soll die Unkrautbekämpfung abgeschlossen sein © LK OÖ/Köppl

Allgemeine Strategien

Vom Vorauflauf bis in den frühen Nachauflauf (Mais max. drei Blätter) besitzt Adengo (0,44 l/ha) eine sehr breite Wirkung sowohl über den feuchten Boden als auch das Blatt. Auch Reste einer eventuell noch vorhandenen Zwischenfrucht (inkl. größerer Stöcke von Kamille) werden erfasst. Im Nachauflaufverfahren ist der Weiße Gänsefuß der begrenzende Faktor, dieser darf zum Zeitpunkt des Einsatzes maximal zwei bis drei echte Blätter besitzen, eine Beimengung von Mais Banvel flüssig (0,3 bis 0,4 l/ha) kann hier unterstützen. Lücken bestehen bei Ausfallgetreide und Quecke. Schwächen bestehen auch bei enormem Klettenlabkrautdruck. In den letzten Jahren wurde Hühnerhirse tw. nicht zur Gänze erfasst - hier wird zur Vermeidung der Selektion dieser Pflanzen die Beimengung von 0,7 l/ha Spectrum. Tritt Erdmandelgras auf, so hat sich in steirischen Versuchen eine Kombination mit 1,4 l/ha Spectrum bewährt.
 
Bei bereits vollständig aufgelaufenen Unkräutern ist die Mittelpalette relativ breit. In der Praxis haben sich Packs mit Wirkstoffen aus der Klasse der Triketone (Mesotrione-z.B. Callisto, Tembotrione-z.B. Laudis), Sulfonylharnstoffen (Nicosulfuron, Rimsulfuron, Foramsulfuron) und Bodenwirkstoffen (Dimethenamid-P-z.B. Spectrum, Pethoxamid-z.B. Successor 600) bewährt. In einigen Packs sind auch Produkte mit Wirkstoffen, die breitblättrige Wurzelunkräuter erfassen (z.B. mit dem Wirkstoff Dicamba im Kwizda Mais Pack, im Kaltor Power Pack, Laudis Monsoon Plus, Capreno Plus, etc. oder mit dem Wirkstoff Prosulfuron im Elumis Peak Pack oder in der Fertigmischung Diniro). Der Einsatz soll bis zum 4-Blattstdium des Maises erfolgen, sind Sulfonylharnstoffe (z.B. auch im neuen Dragster) in der Kombination, soll der Mais eine sattgrüne Farbe mit guter Wachsschicht haben und die Witterung in der Nacht nicht unter 6 bis 8°C sinken.

Sind keine Wurzelunkräuter zu bekämpfen, hat sich die sehr verträgliche und nach Niederschlägen rasch einsetzbare Kombination aus Laudis (1,5 bis 1,7 l/ha) und 1 l/ha Spectrum bewährt - Schwachpunkte sind hier große Kamillestöcke und Ausfallgetreide. Gute Erfahrungen gibt es auch mit dem Kwizda Mais Pack. Um hier in Jahren mit einem eher verzögerten Auflaufen der Unkräuter und langsamer Maisentwicklung (wie im letzten Jahr) auch eine Bodenwirkung zu erreichen, kann 1 l/ha Spectrum beigemengt werden. Dies gilt auch für viele andere Kombinationen, wo kein Bodenpartner beigemengt ist. Um das Risiko des Eintrages von Bodenwirkstoffen in das Grundwasser zu reduzieren, sollen auch mechanische Methoden - wo möglich - wie z.B. Hacke oder Bandspritzung und Hacke zur Anwendung kommen. Ein weiterer Bodenpartner ist Successor 600 (1,25  bis 1,5 l/ha. Weitere terbuthylazinfreie Packs sind Elumis Xpert (Elumis+Spectrum+Peak), der CB Maispack (Botiga+SL 950), der Valentia Maispack (Valentia+Raikiri+Ikanos) oder der Dragster Maispack (Dragster+Bozon+Quantum+Vivolt).
 
Eine Möglichkeit besteht noch mit dem fast nur blattaktiven MaisTer Power (1,5 l/ha). Die Wirkung ist relativ breit, das Produkt enthält aber nur Wirkstoffe aus der Klasse der ALS-Hemmer (HRAC-Gruppe B). Es gibt leider in Oberösterreich schon gegen diese Gruppe resistente Unkräuter (Weißer Gänsefuß, Amaranth), deshalb wird eine Kombination mit dem Wirkstoff Dicamba, z.B. im Produkt Delion empfohlen (MaisTer Power Plus). ALS-Hemmer sind auch in anderen Kulturen (Soja, Conviso-Rübe, Getreide) zugelassen, deshalb muss dem Thema Resistenzvorbeugung besondere Aufmerksamkeit geboten werden.
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