LK-Ausschüsse tagen wieder
Beim Ausschuss für Familie, Recht, Steuer, Soziales und Betriebshilfe der Landwirtschaftskammer standen Mitte Oktober zahlreiche aktuelle Themen auf der Tagesordnung. Der Bogen spannte sich von geplanten Änderungen im Naturschutzrecht über das Bibermanagement und die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur bis hin zu Konsumentenschutzfragen, Aktivitäten der Bäuerinnenorganisation, der Landjugend sowie Entwicklungen im Betriebshelferdienst.
Naturschutzrecht soll vereinfacht werden
Breiten Raum nahmen die geplanten Änderungen im Vorarlberger Naturschutzrecht ein. Mit der Naturschutz-Deregulierungsgesetz-Novelle verfolgt das Land das Ziel, Verfahren zu vereinfachen, Doppel-
gleisigkeiten abzubauen und Bewilligungen auf jene Vorhaben zu konzentrieren, die tatsächlich von wesentlicher naturschutzfachlicher Bedeutung sind. Aus Sicht der Landwirtschaft besonders relevant sind vorgesehene Bewilligungsfreistellungen für die übliche land- und forstwirtschaftliche Nutzung sowie Erleichterungen bei verschiedenen Infrastrukturmaßnahmen. Zudem sollen Schwellenwerte für Bewilligungspflichten angehoben und Verfahren beschleunigt werden. Gleichzeitig bleiben die Vorgaben für Natura-2000-Gebiete und unionsrechtlich geschützte Arten bestehen.
gleisigkeiten abzubauen und Bewilligungen auf jene Vorhaben zu konzentrieren, die tatsächlich von wesentlicher naturschutzfachlicher Bedeutung sind. Aus Sicht der Landwirtschaft besonders relevant sind vorgesehene Bewilligungsfreistellungen für die übliche land- und forstwirtschaftliche Nutzung sowie Erleichterungen bei verschiedenen Infrastrukturmaßnahmen. Zudem sollen Schwellenwerte für Bewilligungspflichten angehoben und Verfahren beschleunigt werden. Gleichzeitig bleiben die Vorgaben für Natura-2000-Gebiete und unionsrechtlich geschützte Arten bestehen.
Neue Regeln für das Bibermanagement
Diskutiert wurde auch der Entwurf einer neuen Bibermanagementverordnung. Ziel ist es, Konflikte zwischen Bibern und menschlichen Nutzungen möglichst gering zu halten und gleichzeitig den günstigen Erhaltungszustand der Population sicherzustellen.
Vorgesehen sind zahlreiche Präventionsmaßnahmen, etwa der Schutz von Gehölzen, technische Einrichtungen gegen Verklausungen oder die Regulierung von Biberdämmen. Unter bestimmten Voraussetzungen sollen auch Eingriffe in den Lebensraum sowie die Entnahme von Bibern möglich sein. Für Vorarlberg ist ein jährliches Entnahmekontingent von insgesamt maximal 23 Tieren vorgesehen, ergänzt durch ein zusätzliches Kontingent für akute Gefahrenlagen.
Vorgesehen sind zahlreiche Präventionsmaßnahmen, etwa der Schutz von Gehölzen, technische Einrichtungen gegen Verklausungen oder die Regulierung von Biberdämmen. Unter bestimmten Voraussetzungen sollen auch Eingriffe in den Lebensraum sowie die Entnahme von Bibern möglich sein. Für Vorarlberg ist ein jährliches Entnahmekontingent von insgesamt maximal 23 Tieren vorgesehen, ergänzt durch ein zusätzliches Kontingent für akute Gefahrenlagen.
Maßnahmen gegen den Japankäfer
Ein weiteres Thema war die geplante Japankäferverordnung. Sie soll die Ansiedlung und weitere Ausbreitung des als gefährlicher Pflanzenschädling geltenden Käfers verhindern bzw. zumindest verzögern helfen. Dafür werden in Teilen des Bezirks Bregenz Befalls- und Pufferzonen eingerichtet.
Für Betriebe innerhalb der Befallszone gelten Einschränkungen bei der Verbringung von Pflanzen, Erde sowie Pflanzenmaterial. Zusätzlich sind spezielle Maßnahmen bei Bewässerung, Kompostierung und Transport vorgesehen. Die Gemeinden sollen die Bekämpfungs- und Überwachungsmaßnahmen des Landes unterstützen.
Für Betriebe innerhalb der Befallszone gelten Einschränkungen bei der Verbringung von Pflanzen, Erde sowie Pflanzenmaterial. Zusätzlich sind spezielle Maßnahmen bei Bewässerung, Kompostierung und Transport vorgesehen. Die Gemeinden sollen die Bekämpfungs- und Überwachungsmaßnahmen des Landes unterstützen.
Wiederherstellung der Natur sorgt für Diskussionen
Der Ausschuss befasste sich außerdem mit dem aktuellen Stand der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur. Österreich hat einen ersten Entwurf seines nationalen Wiederherstellungsplans vorgelegt. Aus Sicht der Land- und Forstwirtschaft fehlen jedoch wesentliche Teile, insbesondere jene Regelungen, die sich auf Lebensräume und Arten beziehen und potenziell direkte Auswirkungen auf die Bewirtschaftung haben könnten.
Die Landwirtschaft fordert nachvollziehbare Datengrundlagen und eine praxisnahe Umsetzung. Grundsätzlich werden Maßnahmen zum Erhalt von Natur und Biodiversität unterstützt, gleichzeitig wird auf Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Tragfähigkeit der Betriebe verwiesen.
Die Landwirtschaft fordert nachvollziehbare Datengrundlagen und eine praxisnahe Umsetzung. Grundsätzlich werden Maßnahmen zum Erhalt von Natur und Biodiversität unterstützt, gleichzeitig wird auf Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Tragfähigkeit der Betriebe verwiesen.
Strengere Vorgaben für Umweltwerbung
Mit 27. September 2026 gelten die neuen Bestimmungen der sogenannten Empowering Consumers Directive. Künftig müssen Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen nachvollziehbar belegt werden. Allgemeine Werbeaussagen wie „nachhaltig“ oder „umweltfreundlich“ werden deutlich strenger beurteilt als konkrete und überprüfbare Angaben. Für Direktvermarkter und landwirtschaftliche Betriebe bedeutet dies, Werbeaussagen, Verpackungen und Internetauftritte sorgfältig zu überprüfen. Begriffe wie „regional“, „Frisch vom Bauern“ oder „bäuerlich“ gelten derzeit grundsätzlich nicht als Umweltaussagen, müssen aber dennoch wahrheitsgemäß sein.
Erfolgreiches Jahr der Bäuerinnenorganisation
Die Bäuerinnenorganisation zog eine sehr positive Bilanz über das Jahr 2026. Höhepunkte waren der Bundesbäuerinnentag in Feldkirch mit über 800 Teilnehmenden, der Rhein-Bodensee-Bäuerinnentag und zahl-
reiche Erntedankveranstaltungen. Besonders erfolgreich entwickelte sich auch der eigens gegründete Bäuerinnen-Projektchor. Ein wichtiger Schwerpunkt bleibt das Angebot „Lebensqualität Bauernhof“, das bäuerliche Familien bei psychischen Belastungen, Krisensituationen oder Hofübergaben unterstützt. Auch die Bildungsarbeit wird weiter ausgebaut. Mit den Aktionstagen an Volksschulen werden jährlich rund 1.500 Kinder erreicht und über die Herkunft von Lebensmitteln informiert.
reiche Erntedankveranstaltungen. Besonders erfolgreich entwickelte sich auch der eigens gegründete Bäuerinnen-Projektchor. Ein wichtiger Schwerpunkt bleibt das Angebot „Lebensqualität Bauernhof“, das bäuerliche Familien bei psychischen Belastungen, Krisensituationen oder Hofübergaben unterstützt. Auch die Bildungsarbeit wird weiter ausgebaut. Mit den Aktionstagen an Volksschulen werden jährlich rund 1.500 Kinder erreicht und über die Herkunft von Lebensmitteln informiert.
Landjugend setzt auf Regionalität
Die Landjugend und Jungbauernschaft blickte ebenfalls auf zahlreiche Aktivitäten zurück. Fachveranstaltungen, Wettbewerbe und Exkursionen standen ebenso auf dem Programm wie die Erweiterung des Angebots für junge Landwirtinnen und Landwirte.
Das Jahresprojekt steht unter dem Motto „I am from Ländle – Do ghör i ane, do kum i her“. Themen wie Tracht, Handwerk, Brauchtum und Heimatverbundenheit sollen dabei stärker ins Blickfeld gerückt werden. Besonders erfreulich ist die Neugründung einer Ortsgruppe in Lustenau, die bereits 42 Mitglieder zählt.
Das Jahresprojekt steht unter dem Motto „I am from Ländle – Do ghör i ane, do kum i her“. Themen wie Tracht, Handwerk, Brauchtum und Heimatverbundenheit sollen dabei stärker ins Blickfeld gerückt werden. Besonders erfreulich ist die Neugründung einer Ortsgruppe in Lustenau, die bereits 42 Mitglieder zählt.
Betriebshelferdienst bleibt unverzichtbar
Im Februar 2026 hat der Betriebshelferdienst (BHD) sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. Der BHD berichtete über eine hohe Nachfrage. Bis Anfang Oktober wurden 99 von der SVS unterstützte Ausfälle und weitere 52 Einsatzfälle verzeichnet. Insgesamt wurden rund 10.000 Stunden durch den Einsatz von Betriebshelfern geleistet. Zentral und wichtig sind daneben die Unterstützung durch landwirtschaftliche Betriebshelfer und die pauschale Betriebshilfe vor Ort. Trotz steigender Lohnkosten konnte die Budgetentwicklung durch mehrere Einsparungsmaßnahmen stabilisiert werden. Als besonders kostengünstige Formen der Unterstützung gelten weiterhin die pauschale Betriebshilfe und der Einsatz von Zivildienstleistenden. Gleichzeitig wird mit Blick auf die geplante Wehrdienstreform und mögliche Änderungen beim Zivildienst die zukünftige Finanzierung aufmerksam verfolgt.
Das Projekt www.happy-am-hof.at wird weitergeführt. Es ist eine Kooperation von MR, SVS und der Landwirtschaftskammern. Das Projekt wird eng mit „Lebensqualität Bauernhof“ geführt. Es bietet Hilfestellung sowohl für die Betriebe, als auch für die Betriebshelfer, wenn Bedarf besteht (Supervision).
Insgesamt zeigte die Sitzung, dass die Landwirtschaft derzeit vor zahlreichen rechtlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen steht. Gleichzeitig wurde deutlich, dass bäuerliche Organisationen, Landjugend und Betriebshelferdienst wichtige Beiträge zur Unterstützung der landwirtschaftlichen Familienbetriebe leisten.
Das Projekt www.happy-am-hof.at wird weitergeführt. Es ist eine Kooperation von MR, SVS und der Landwirtschaftskammern. Das Projekt wird eng mit „Lebensqualität Bauernhof“ geführt. Es bietet Hilfestellung sowohl für die Betriebe, als auch für die Betriebshelfer, wenn Bedarf besteht (Supervision).
Insgesamt zeigte die Sitzung, dass die Landwirtschaft derzeit vor zahlreichen rechtlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen steht. Gleichzeitig wurde deutlich, dass bäuerliche Organisationen, Landjugend und Betriebshelferdienst wichtige Beiträge zur Unterstützung der landwirtschaftlichen Familienbetriebe leisten.