Hitze bringt extreme Schäden
Nach der von der Österreichischen Hagelversicherung präsentierten Schadensbilanz beläuft sich der Gesamtschaden mittlerweile auf rund eine Milliarde Euro. Gut 18 Millionen davon in Vorarlberg.
„Die anhaltende Trockenheit und Hitze führt zu massiven Dürreschäden in Vorarlberg. Betroffen ist das ganze Land, sehr stark vor allem im Grünland, aber auch Mais und Spezialkulturen wie Kartoffeln. Maisfelder sind in den Bezirken Bludenz und Feldkirch teilweise schwer geschädigt. Vereinzelt sind Maisäcker ohne befruchtete Kolben aufzufinden. Um weiteren Verlusten zu entgehen, werden die ersten Maisäcker bereits gehäckselt“, erklärt KR Michael Meusburger von der Hagelversicherung in Vorarlberg. Bundesminister Norbert Totschnig lud die österreichische Agrarspitze sowie Expertinnen und Experten aus der Landwirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft zu einem Runden Tisch. Im Mittelpunkt standen die aktuelle Schadens- und Versorgungslage, weitere Prognosen sowie notwendige kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen.
„Die anhaltende Trockenheit und Hitze führt zu massiven Dürreschäden in Vorarlberg. Betroffen ist das ganze Land, sehr stark vor allem im Grünland, aber auch Mais und Spezialkulturen wie Kartoffeln. Maisfelder sind in den Bezirken Bludenz und Feldkirch teilweise schwer geschädigt. Vereinzelt sind Maisäcker ohne befruchtete Kolben aufzufinden. Um weiteren Verlusten zu entgehen, werden die ersten Maisäcker bereits gehäckselt“, erklärt KR Michael Meusburger von der Hagelversicherung in Vorarlberg. Bundesminister Norbert Totschnig lud die österreichische Agrarspitze sowie Expertinnen und Experten aus der Landwirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft zu einem Runden Tisch. Im Mittelpunkt standen die aktuelle Schadens- und Versorgungslage, weitere Prognosen sowie notwendige kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen.
Lebensmittelsicherung
„In der aktuellen Krisensituation hat die Aufrechterhaltung der Lebensmittelproduktion oberste Priorität. Dafür muss kurzfristig die Liquidität der Betriebe gesichert werden. Mittel- und langfristig gilt es, das bewährte System der landwirtschaftlichen Risikovorsorge weiter zu stärken. Langfristig müssen wir Klimaschutz und Klimawandelanpassung konsequent vorantreiben, die Treibhausgasemissionen weiter reduzieren und die Landwirtschaft noch widerstandsfähiger gegen Wetterextreme machen“, so der Minister. Das Aufrechterhalten der Lebensmittelproduktion muss bei den Hilfsmaßnahmen oberste Priorität erhalten. Als mögliche Instrumente wurden unter anderem Zinszuschüsse zu Betriebsmittelkrediten und Entlastungen im Bereich der Sozialversicherung identifiziert.
„Es handelt sich um eine historische Dürrekatastrophe in einer bisher unbekannten Dimension. Jetzt geht es um die Existenz vieler bäuerlicher Familienbetriebe. Jeder, der Verantwortung trägt, muss jetzt einen Beitrag leisten, um die Liquidität unserer Betriebe zu sichern. Die Versorgungssicherheit ist derzeit gewährleistet, muss aber mit zielgerichteten Maßnahmen für die Zukunft sichergestellt werden“, so LK-Präsident Josef Moosbrugger. Von Seiten der Vorarlberger Landesregierung wurde bereits ein Hilfspaket verabschiedet, das unbürokratisch und schnell Erleichterungen bringen soll (siehe Factbox am Ende des Artikels).
„Es handelt sich um eine historische Dürrekatastrophe in einer bisher unbekannten Dimension. Jetzt geht es um die Existenz vieler bäuerlicher Familienbetriebe. Jeder, der Verantwortung trägt, muss jetzt einen Beitrag leisten, um die Liquidität unserer Betriebe zu sichern. Die Versorgungssicherheit ist derzeit gewährleistet, muss aber mit zielgerichteten Maßnahmen für die Zukunft sichergestellt werden“, so LK-Präsident Josef Moosbrugger. Von Seiten der Vorarlberger Landesregierung wurde bereits ein Hilfspaket verabschiedet, das unbürokratisch und schnell Erleichterungen bringen soll (siehe Factbox am Ende des Artikels).
Versicherung
Laut der Österreichischen Hagelversicherung sind durchschnittlich rund 60 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen versichert. Im Ackerbau liegt der Anteil bei rund 80 Prozent, im Grünland bei rund 40 Prozent. Bund und Länder übernehmen gemeinsam 55 Prozent der Versicherungsprämien. Hier greift die europaweit einzigartige österreichische Risikoabsicherung. „Das österreichische System verbindet die Eigenvorsorge der Betriebe mit einer Prämienförderung durch Bund und Länder. Österreich verfügt damit über eine gut funktionierende Risikovorsorge“, so Kurt Weinberger, Generaldirektor der Österreichischen Hagelversicherung.
Die Sachverständigen der Österreichischen Hagelversicherung sind mitten in den Dürreerhebungen bei Mais. Grünland ist in der Dürreindexversicherung versicherbar. Hier werden keine Erhebungen vor Ort gemacht. Entschädigungen werden anhand der Niederschlagsdefizite und Hitzetage berechnet und ausbezahlt.
Die Sachverständigen der Österreichischen Hagelversicherung sind mitten in den Dürreerhebungen bei Mais. Grünland ist in der Dürreindexversicherung versicherbar. Hier werden keine Erhebungen vor Ort gemacht. Entschädigungen werden anhand der Niederschlagsdefizite und Hitzetage berechnet und ausbezahlt.
Klimaschutz
„In der Landwirtschaft wird seit vielen Jahren in den Klimaschutz und in die Anpassung an den Klimawandel investiert. Beim Klimaschutz muss der Fokus weiterhin auf dem Ausstieg aus fossilen Energieträgern und dem Umstieg auf erneuerbare Energien gelegt werden. Die österreichische Landwirtschaft hat hier in den vergangenen Jahren mit hohen Investitionen einen großen Beitrag geleistet“, so der Präsident.
Rund 80 Prozent der österreichischen Betriebe nehmen bereits freiwillig am Österreichischen Agrarumweltprogramm ÖPUL teil. Damit werden unter anderem Maßnahmen für gesunde Böden, Wasserrückhalt, Begrünungen und nachhaltige Bewirtschaftung unterstützt.
Im bisherigen August sind weite Teile Österreichs erneut von Niederschlagsdefiziten betroffen, besonders aber Vorarlberg, Ober- und Niederösterreich, das Burgenland und die Steiermark. Laut dem Hydrologen Prof. Günter Blöschl von der TU Wien wird sich das bestehende Wasserdefizit bei weiterhin fehlenden Niederschlägen vergrößern. Die Trinkwasserversorgung ist gesichert.
Die Schadensbilanz und die Ergebnisse des Runden Tisches bilden die Grundlage für die weiteren Gespräche innerhalb der Bundesregierung, die aber bisher noch nicht zu einem Abschluss gebracht werden konnten. Vor allem in der Frage der Finanzierung ist man sich auf Regierungsebene uneinig.
Rund 80 Prozent der österreichischen Betriebe nehmen bereits freiwillig am Österreichischen Agrarumweltprogramm ÖPUL teil. Damit werden unter anderem Maßnahmen für gesunde Böden, Wasserrückhalt, Begrünungen und nachhaltige Bewirtschaftung unterstützt.
Im bisherigen August sind weite Teile Österreichs erneut von Niederschlagsdefiziten betroffen, besonders aber Vorarlberg, Ober- und Niederösterreich, das Burgenland und die Steiermark. Laut dem Hydrologen Prof. Günter Blöschl von der TU Wien wird sich das bestehende Wasserdefizit bei weiterhin fehlenden Niederschlägen vergrößern. Die Trinkwasserversorgung ist gesichert.
Die Schadensbilanz und die Ergebnisse des Runden Tisches bilden die Grundlage für die weiteren Gespräche innerhalb der Bundesregierung, die aber bisher noch nicht zu einem Abschluss gebracht werden konnten. Vor allem in der Frage der Finanzierung ist man sich auf Regierungsebene uneinig.
Land Vorarlberg hilft rasch und unbürokratisch
Um den heimischen Bäuerinnen und Bauern in dieser Notsituation rasch und unbürokratisch unter die Arme zu greifen, haben Landeshauptmann Markus Wallner und Landwirtschaftslandesrat Christian Gantner ein maßgeschneidertes Dürrepaket zusätzlich zu bestehenden Maßnahmen wie großzügiger Pramienunterstützung bei Dürreversicherungen, Förderung von Bewässerungsanlagen, Wasserversorgung auf Alpen und Investitionsförderungen für klimafitte Ställe geschnürt. Diese umfassen:
- Mähtermin Streuwiesen: Die Mahd auf Streuwiesen wurde im heurigen Jahr einmalig auf den 12. August vorverlegt, um rasch zusätzliches Futter zu gewinnen.
- Ausnahmeregelung Futterzukauf für Biobetriebe: Ebenfalls aufgrund des fehlenden Futterangebots ist es Biobetrieben in diesem Jahr erlaubt, bis zu 30 Prozent des Jahresfutterbedarfs der gehaltenen Tiere auch konventionelles Futter zuzukaufen. Ausgenommen davon sind Silomais und Maissilage.
- Wasserversorgungsflüge auf Alpen: Weil in den Tallagen aufgrund der Trockenheit vielerorts keine Viehweiden zur Verfügung stehen, ist es wichtig, die Tiere möglichst lange auf den Alpen zu halten. Deshalb werden Wasserversorgungsflüge finanziell unterstützt.
- Nachnutzung von Magerwiesen: Die Möglichkeit einer flexiblen Nachnutzung von Magerwiesen soll unter bestimmten Voraussetzungen über Antrag möglich sein.
- Beratungsangebot zu Futtermangel und Futterbörse: Die Landwirtschaftskammer Vorarlberg verstärkt ihr Angebot im Bereich der Fütterungsberatung.