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Engerlinge im Grünland - zwischen Ruhe und Rückschlag

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09.02.2026 | von Mag. Michael Fritscher

Zurückblickend haben sich die im Februar 2025 versuchten Prognosen, dass womöglich mit Schäden zu rechnen sein wird, mancherorts leider bewahrheitet.

Nachdem es im Anschluss an die massiven Engerlingschäden 2018 und 2019 eher ruhig war und nur vereinzelt zu Schäden gekommen ist, hat das Schadenausmaß in der Saison 2025 gezeigt, dass die Thematik nach wie vor aktuell ist und mit dem Engerling als potenziellem Grünlandschädling zu rechnen ist. Aktives Handeln und gezieltes Eingreifen, um auch mit dem Engerling bestmöglich zu wirtschaften, muss weiterhin das Ziel sein.

Dauerthema Engerling

Seit rund zwanzig Jahren beschäftigen die Larven der Mai- und Junikäfer nun bereits die Grünlandwirtschaft in Oberösterreich. 2025 hat in Teilen des Bundeslandes erneut deutlich gezeigt, dass die Problematik rund um den Maikäfer und die Engerlinge für das Grünland weiterhin nicht ausgestanden ist. In manchen Regionen kam es auf Wiesen und Weiden zu massiven Fraßschäden - mitunter auch wieder bis zum Totalverlust der Grasnarbe. Auffallend war, das bereits sehr frühzeitig im Jahresverlauf großflächige Schäden zu verzeichnen waren. Die klimawandelbedingten Veränderungen könnten sich auch auf den Entwicklungszyklus der Maikäfer auswirken.
Engerlingschäden 2025.jpg © Martin Gaisbauer
großflächige Schäden im Jahr 2025, Bezirk Rohrbach © Martin Gaisbauer
Für den Maikäfer charakteristisch ist der dreijährige Entwicklungszyklus vom Ei über den Engerling zum fertigen Käfer. Schäden treten vor allem im zweiten und dritten Larvenjahr auf. Der Junikäfer ist mit einem zweijährigen Zyklus in seiner Entwicklung etwas flinker. Das Schadbild ist bei beiden Arten ident. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass sich verschiedene Populationen des Maikäfers- mit Populationen des Junikäfers überlagern können. Daher sind Flugereignisse in manchen Gegenden mittlerweile beinahe jährlich zu beobachten - eine zusätzliche Herausforderung.

Schäden gibt es immer dann, wenn die Schadschwellen überschritten werden, die Engerlinge entsprechende Größen erreichen und dementsprechend intensiv an den Wurzeln der Futterpflanzen fressen. Trockenheit sowie zusätzliche Stressfaktoren verschärfen die Lage. Letztlich stirbt die Grasnarbe großflächig ab.
Engerlingschaden 2025.jpg © LK OÖ/Fritscher
Schadbild auf einer extensiveren Fläche © LK OÖ/Fritscher

Wie gehts 2026 weiter?

Die im Flugjahr 2024 geschlüpften Maikäfer-Engerlinge kommen im heurigen Jahr noch einmal in Richtung Bodenoberfläche und nutzen die kommende Vegetationsperiode zum Fressen. Damit sind vor allem Flächen mit hohen Engerlingdichten gefährdet, auf denen 2025 keine Regulierungsmaßnahmen durchgeführt wurden.

Wer in besonders betroffenen Gebieten wirtschaftet, sollte auch im heurigen Jahr aufmerksam sein und Flächen regelmäßig kontrollieren. Nach wie vor gilt: um vorbereitet zu sein und nicht überrascht zu werden, sowie für die Planung von notwendigen Maßnahmen ist die Kenntnis der Engerlingsituation auf den eigenen Wiesen unerlässlich.

Im Herbst erfolgt die Verpuppung und der Schlupf des Käfers. Dieser überwintert im Erdreich. Im Frühjahr 2027 ist - aller Voraussicht nach - wieder mit einem Maikäferflug in größerem Ausmaß zu rechnen.
Maikäfer3.jpg © LK OÖ/Fritscher
Maikäfer © LK OÖ/Fritscher

Maikäferwelle noch nicht ausgestanden

Ausgehend von der Maikäfer-Massenvermehrung im letzten Jahrhundert, kann eine solche Phase bis zu 30 Jahre andauern. Nach heutigem Wissensstand ist davon auszugehen, dass das Thema Engerling noch geraume Zeit Bestandteil der Grünlandbewirtschaftung bleiben wird.
  • Das Ziel muss daher sein, wachsam zu bleiben und den Käferflug zu beobachten, Grünlandflächen zu kontrollieren und Schäden rechtzeitig zu erkennen und entsprechend zu reagieren.

Fittes Grünland - gesteigerte Widerstandsfähigkeit

Damit das Grünland dem Engerling und auch anderen Schädlingen etwas entgegenzusetzen hat, sind die Grundlagen der Grünlandbewirtschaftung nach wie vor von größter Bedeutung.
  • Dazu gehört einerseits eine nutzungs- und standortangepasste Nährstoffversorgung. Dabei nicht auf die Kalkversorgung vergessen! Optimal ernährte Pflanzenbestände sind in letzter Konsequenz auch weniger anfällig gegenüber Krankheiten und Schädlingen.
  • Nicht minder wichtig sind die simplen Empfehlungen mit scharfen Messern auf richtiger Höhe zu mähen. Der raschere Wiederaustrieb sorgt dafür, dass der Bestand sich schnell wieder schließt. Die Beschattung senkt die Bodentemperatur und reduziert die Verdunstungsverluste - ein Vorteil in Maikäferflugjahren, aber auch bei Trockenheit.
Die Kombination all dieser Maßnahmen, ein sorgsamer Umgang mit Pflanzenbestand und Boden, trägt wesentlich zu fitten Grünlandbeständen bei.

Das Wichtigste kurz zusammengefasst

  • Käferflugaktivitäten beobachten
  • die Flächenkontrolle nicht vernachlässigen
  • nicht zuwarten und auf Besserung hoffen - aktiv handeln
  • für bestmögliche, standortangepasste Nährstoffversorgung sorgen
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