Einkommensniveau wie 2010
Er ist durch das Landwirtschaftsgesetz vorgeschrieben und jährlich im September dem Nationalrat zu übermitteln. Der Grüne Bericht 2026 bildet dabei die Einkommenssituation der Betriebe im Jahr 2025 ab und rückt in diesem Jahr, anlässlich des Internationalen Jahres der Bäuerin, insbesondere die Leistungen und die Rolle der Frauen in der Landwirtschaft in den Mittelpunkt. Frauen leisten in der österreichischen Land- und Forstwirtschaft einen wichtigen Beitrag. Sie tragen Verantwortung in der Betriebsführung, in der Produktion, in der Direktvermarktung und in der Pflege der Kulturlandschaft. Ihre Arbeit ist für die wirtschaftliche Stabilität der Betriebe und für die Entwicklung des ländlichen Raumes von entscheidender Bedeutung. Zur Stärkung der Sichtbarkeit wurden daher in der diesjährigen Ausgabe des Grünen Berichts insbesondere Frauen und ihre Leistungen in Zusammenarbeit mit den Bäuerinnen Österreich in den Vordergrund gerückt.
Einkommen 2025
Im Jahr 2025 wurde im Durchschnitt ein Einkommen von rund 47.100 Euro je Betrieb erzielt. Das entspricht einem Anstieg von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bezogen auf eine Arbeitskraft lagen die Einkünfte bei rund 34.800 Euro. Der durchschnittliche Bruttolohn lag 2025 bei rund 16 Euro pro Stunde. Hinter diesen Durchschnittswerten stehen jedoch teils deutlich unterschiedliche Entwicklungen nach Betriebsform und Produktionsschwerpunkt. Zum Einkommensanstieg trugen mehrere Faktoren bei. Seuchenbedingt kam es in der tierischen Produktion zu höheren Erzeugerpreisen und Produktionsausweitungen in der Milch- und Rinderhaltung. Im pflanzlichen Bereich kam es zu höheren Erntemengen bei Getreide und Ölfrüchten. Zusätzlich spielen ein verstärkter Holzeinschlag sowie höhere Zahlungen im Agrarumweltprogramm ÖPUL eine Rolle. Auch zusätzliche Erträge aus der Direktvermarktung und Urlaub am Bauernhof stärkten die Einkommen. Dämpfend wirkten hingegen gesunkene Erzeugerpreise für Mastschweine und Ferkel sowie höhere Aufwendungen für Futter- und Düngemittel. Je nach Produktionsschwerpunkt, Betriebsstruktur und Region verlief die Einkommensentwicklung 2025 unterschiedlich. Auch der langfristige Vergleich relativiert die Entwicklung. Inflationsbereinigt liegen die bäuerlichen Einkommen weiterhin ungefähr auf dem Niveau des Jahres 2010.
Massiv unter Druck
Wie schnell sich die wirtschaftliche Situation ändern kann, zeigt das Jahr 2026. Geopolitische Krisen, volatile Märkte und die Folgen des Klimawandels belasten die heimische Landwirtschaft zunehmend. Besonders gravierend sind die Folgen der anhaltenden Trockenheit. Im Grünland fehlt im Durchschnitt rund ein Drittel der Erträge. Zahlreiche Betriebe mussten bereits auf ihre Winterfutterreserven zurückgreifen und sind auf Futterzukäufe angewiesen. Gleichzeitig bleiben die Produktionskosten auf hohem Niveau. Damit trifft weniger Ertrag auf hohe Kosten. Für zahlreiche bäuerliche Betriebe bedeutet das einen großen wirtschaftlichen Druck.
Bilanz und Ausblick
Die Entwicklungen zeigen, wie stark die Land- und Forstwirtschaft von den Folgen des Klimawandels und volatilen Märkten betroffen ist. Für das Jahr 2026 ist mit einer spürbar rückläufigen Einkommens-
entwicklung in der Land- und Forstwirtschaft zu rechnen. Mit der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2028 soll die Resilienz der Betriebe weiter gestärkt werden. Eine ausreichende Finanzierung und gezielte Ausgestaltung bewährter Instrumente – insbesondere des Agrarumweltprogramms ÖPUL und der Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete – sind dafür entscheidend.
entwicklung in der Land- und Forstwirtschaft zu rechnen. Mit der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2028 soll die Resilienz der Betriebe weiter gestärkt werden. Eine ausreichende Finanzierung und gezielte Ausgestaltung bewährter Instrumente – insbesondere des Agrarumweltprogramms ÖPUL und der Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete – sind dafür entscheidend.
Ländliche Entwicklung
„Die bäuerlichen Familienbetriebe sind eine zentrale Säule unserer Gesellschaft. Sie garantieren Versorgungssicherheit mit regionalen, hochqualitativen Lebensmitteln, liefern erneuerbare Energien und prägen unsere Kulturlandschaft. Mit dem Abschluss des Programms für Ländliche Entwicklung LE 2014-2022 im Jahr 2025 ist es uns gelungen, eine beeindruckende Bilanz zu ziehen. Bei einem Gesamtvolumen von rund 10,5 Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln war es das größte Förderprogramm für den ländlichen Raum in der Geschichte unseres Landes. Die ausbezahlten Förderungen sind ein starkes Zeichen für unsere bäuerlichen Familienbetriebe, unsere Regionen und unsere Umwelt“, so Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig.
Der leicht positive Trend in der Einkommensentwicklung für die Bäuerinnen und Bauern, der sich bereits im Vorjahr abzeichnete, hielt 2025 an. Für das Jahr 2026 zeichnet sich aber aufgrund der anhaltenden Dürre und Trockenheit sowie der hohen Betriebsmittelkosten eine rückläufige Einkommensentwicklung in der Land- und Forstwirtschaft ab.
Umso wichtiger war es, in den Budgetverhandlungen spürbare Entlastungen für die Landwirtschaft zu erreichen. Mit dem Doppelbudget 2027/28 wurden die Agrardieselrückvergütung gesichert und vorgezogen sowie die GAP-Mittel für ÖPUL und die Bergbauernförderung in vollem Umfang fortgeführt. Auch für die Forstwirtschaft konnte mit dem Resilienzpaket ein starkes Nachfolgemodell des Waldfonds auf den Weg gebracht werden. Damit stehen weiterhin Mittel für zentrale Maßnahmen wie die Wiederaufforstung und den Umbau zu klimafitten Wäldern zur Verfügung.
Der leicht positive Trend in der Einkommensentwicklung für die Bäuerinnen und Bauern, der sich bereits im Vorjahr abzeichnete, hielt 2025 an. Für das Jahr 2026 zeichnet sich aber aufgrund der anhaltenden Dürre und Trockenheit sowie der hohen Betriebsmittelkosten eine rückläufige Einkommensentwicklung in der Land- und Forstwirtschaft ab.
Umso wichtiger war es, in den Budgetverhandlungen spürbare Entlastungen für die Landwirtschaft zu erreichen. Mit dem Doppelbudget 2027/28 wurden die Agrardieselrückvergütung gesichert und vorgezogen sowie die GAP-Mittel für ÖPUL und die Bergbauernförderung in vollem Umfang fortgeführt. Auch für die Forstwirtschaft konnte mit dem Resilienzpaket ein starkes Nachfolgemodell des Waldfonds auf den Weg gebracht werden. Damit stehen weiterhin Mittel für zentrale Maßnahmen wie die Wiederaufforstung und den Umbau zu klimafitten Wäldern zur Verfügung.
Jahr der Bäuerinnen
Das heurige Jahr ist von den Vereinten Nationen zum „Internationalen Jahr der Bäuerin“ erklärt worden. Mit 36 Prozent weiblichen Betriebsführerinnen sind wir im EU-Vergleich im Spitzenfeld, und weitere zwölf Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe werden partnerschaftlich geführt. „Frauen spielen damit in unserer Land- und Forstwirtschaft eine entscheidende Rolle. Sie sind innovativ, packen dort mit an, wo Hilfe nötig ist und halten mit ihrer Flexibilität und ihrem Arbeitseinsatz Familie, Hof und den ländlichen Raum am Laufen. Wo Bäuerinnen anpacken, zeigen sich Ideenreichtum, Innovationsstärke und Mut. Ich freue mich daher ganz besonders, dass im Grünen Bericht 2026 die Bäuerinnen vor den Vorhang geholt werden“, so Totschnig.
Das Bild täuscht
Das aktuell kommunizierte Einkommensplus aus dem Jahre 2025 hat mit der tatsächlichen Situation der bäuerlichen Familienbetriebe wenig zu tun, die heuer – verschärft durch die Dürre – vielfach um’s Überleben kämpfen. Auch wenn 2025 ein Plus verzeichnet werden konnte, ist das Gesamtniveau der land- und forstwirtschaftlichen Einkünfte weiterhin unbefriedigend, sprich auf dem Stand von 2010. „In keiner anderen Branche wäre das verkraftbar, geschweige hinnehmbar. Wenn ich aus dem Tiefparterre ein paar Schritte nach oben gehe, befinde ich mich noch immer höchstens im Erdgeschoß. Außerdem sagt ein Durchschnittswert wenig über den einzelnen Betrieb aus, es gibt erhebliche Unterschiede – auch je nach Region und Sektor. Von einem Polster, der für Investitionen dringend notwendig wäre, kann angesichts der Achterbahnfahrt, die bei den bäuerlichen Einkommen herrscht und durch Klima- und Marktturbulenzen verstärkt wird, oftmals keine Rede sein.
Mehrere Studien aus den letzten Monaten verdeutlichen, dass Bäuerinnen und Bauern im Schnitt stärkeren psychischen Belastungen ausgesetzt sind als die Gesamtgesellschaft. Bürokratie, Preisdruck, zahlreiche Unsicherheiten, aber auch fehlende Erholungszeiten drücken massiv auf das bäuerliche Gemüt. Daran ändert auch ein kurzfristiges, längst aufgebrauchtes Einkommensplus nichts“, betont der LKÖ-Präsident und weiter: „Wichtig ist, dass wir für die Bäuerinnen und Bauern in diesen auch weltpolitisch unsicheren Zeiten möglichst viel Planbarkeit, Verlässlichkeit sowie rechtliche und finanzielle Sicherheit und Entlastung schaffen, wofür ich mich mit Nachdruck einsetze. Gemeinsam geben wir in der Land- und Forstwirtschaft außerdem unser Bestes, der gesamten Gesellschaft neben den Herausforderungen auch die vielen unverzichtbaren Leistungen näherzubringen, von denen ganz Österreich massiv profitiert. Eine gute Partnerschaft zu den Konsumentinnen und Konsumenten ist von größter Bedeutung“, so Moosbrugger.
Mehrere Studien aus den letzten Monaten verdeutlichen, dass Bäuerinnen und Bauern im Schnitt stärkeren psychischen Belastungen ausgesetzt sind als die Gesamtgesellschaft. Bürokratie, Preisdruck, zahlreiche Unsicherheiten, aber auch fehlende Erholungszeiten drücken massiv auf das bäuerliche Gemüt. Daran ändert auch ein kurzfristiges, längst aufgebrauchtes Einkommensplus nichts“, betont der LKÖ-Präsident und weiter: „Wichtig ist, dass wir für die Bäuerinnen und Bauern in diesen auch weltpolitisch unsicheren Zeiten möglichst viel Planbarkeit, Verlässlichkeit sowie rechtliche und finanzielle Sicherheit und Entlastung schaffen, wofür ich mich mit Nachdruck einsetze. Gemeinsam geben wir in der Land- und Forstwirtschaft außerdem unser Bestes, der gesamten Gesellschaft neben den Herausforderungen auch die vielen unverzichtbaren Leistungen näherzubringen, von denen ganz Österreich massiv profitiert. Eine gute Partnerschaft zu den Konsumentinnen und Konsumenten ist von größter Bedeutung“, so Moosbrugger.
Zukunftsperspektiven
„Nur, wenn wir als Gesamtgesellschaft den Bäuerinnen und Bauern, Forstwirtinnen und Forstwirten echte Zukunftsperspektiven geben, werden sie auch in Zukunft bereit sein, uns alle mit regionalen Lebensmitteln, nachhaltigen Rohstoffen und Energie zu versorgen“, schließt der LKÖ-Präsident auch im Hinblick auf die anstehenden Verhandlungen zum EU-Agrarbudget in den nächsten Monaten.