Die Ländle-Kirschsaison ist angelaufen
Das Frühjahr 2026 hatte bisher beides im Gepäck, was die Kirschbäume vermutlich sehr begrüßt haben. In den Tallagen startet nun die Kirschenernte. Das trockene Frühjahr ohne nennenswerten Blütenfrost und mit geringer Pilzgefahr hat den Kirschblüten sowie den jungen Blättern und Früchten gutgetan. Der notwendige Regen kam in den vergangenen Tagen. Die Kirschbäume zeigen sich daher voller Früchte und mit gesunden Blättern.
Kirschen sind ein beliebtes Obst, das auch von Vorarlbergs Obstbauern – zumindest in kleinem Stil – angebaut wird. Neben den traditionellen Kirschhochstämmen, wie sie etwa noch in Fraxern zu finden sind, stehen vielerorts kleinkronige Kirschbäume. Dafür werden die Bäume auf schwachwachsende Unterlagen veredelt und bei einer Höhe von rund 4,50 Metern im Wachstum begrenzt. Wieder verstärkt Einzug hält das sogenannte Drapeau-Marchand-System. Dabei werden die jungen Bäume schräg gepflanzt und seitlich sehr schmal gehalten. So entsteht eine sogenannte „Fruchthecke“, die früher in Schlossgärten auch als „Spalierobst“ bekannt war. Alle Früchte erhalten ausreichend Licht, und die Ernte ist besonders einfach. Durch die Schrägpflanzung wird zudem das Höhenwachstum der Bäume rechtzeitig gebremst.
Kleine Kirschbäume prägen zwar die Landschaft weniger stark als Hochstämme, dafür lassen sie sich mit Folienüberdachungen und Netzen besser vor den Unbilden der Natur schützen. Dadurch kann der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf ein Minimum reduziert werden. Ein weiterer Vorteil: Die Früchte können länger am Baum ausreifen, was sich positiv auf Qualität und Fruchtgröße auswirkt. Nach der Ernte werden die Dächer und Netze wieder geöffnet.
Ernte läuft
Im Rheintal und im Walgau hat die Kirschenernte mit frühen Sorten wie „Burlat“ bereits begonnen. Im Kirschendorf Fraxern startet sie in zwei bis drei Wochen auf rund 700 Metern Seehöhe und endet später bei den Bäumen am oberen Ende des Dorfes auf etwa 1.000 Metern Seehöhe. Vorarlberger Kirschen sind meist direkt ab Hof oder auf Wochenmärkten erhältlich. Am besten schmecken Kirschen natürlich frisch vom Baum. Manche mögen sie aber auch als Kompott, im Kuchen oder in flüssiger Form als Kirschbrand, etwa als Fraxner Kirsch. Wie auch immer: Die Kirschsaison sollte man sich keinesfalls entgehen lassen!
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