Auswahl des richtigen Saatguts
Häufig werden Mischungen gewählt, die auf benachbarten Flächen gut funktionieren, jedoch nicht nur optimal zum Standort und zur Bewirtschaftung passen. Die Folge sind geringe Etablierungserfolge und erneute Bestandeslücken.
Standort analysieren
Die Saatgutmischung muss zum Standort passen. Besonders zu beachten sind:
- Jahresniederschlag
- Bodentiefe und Wasserspeichervermögen
- Höhenlage
- Exposition (Südhang, Nordhang)
- pH-Wert und Nährstoffversorgung
Nutzungsintensität berücksichtigen
Die Nutzungshäufigkeit beeinflusst maßgeblich die Artenwahl.
Bis drei Nutzungen pro Jahr:
Geeignet sind:
Vier und mehr Nutzungen:
Hier können leistungsfähige Arten wie:
Bis drei Nutzungen pro Jahr:
Geeignet sind:
- Knaulgras
- Wiesenschwingel
- Glatthafer
- Wiesenrispe
- Weißklee
Vier und mehr Nutzungen:
Hier können leistungsfähige Arten wie:
- Deutsches Weidelgras
- Wiesenrispe
- Weißklee
Ursachen der Bestandeslücken berücksichtigen!
Vor der Saatgutwahl sollte die Ursache der Schäden geklärt werden. Ursache und geegnete Strategien:
- Trockenheit: trockenheitsverträgliche Arten fördern
- Überweidung: trittfeste Weidegräser einsetzen
- Fahr- und Trittschäden: Wiesenrispe erhöhen
- Lücken durch Gemeine Rispe: leistungsfähige Obergräser nachsäen
- Mäuse- oder Engerlingschäden: Sanierung mit robusten Mischungen
Auf Artenvielfalt setzen
Ein häufiger Fehler ist die Konzentration auf eine einzelne Hochleistungsart, beispielsweise Deutsches Weidelgras.
- Moderne Grünlandmischungen kombinieren bewusst mehrere Arten mit unterschiedlichen Eigenschaften:
- Tiefwurzler für Trockenperioden
- Ausläuferbildner für Narbenschluss
- Ertragsstarke Obergräser
- Leguminosen zur Stickstoffversorgung
Auf geprüfte Qualitätsmischungen achten
Empfehlenswert sind ausschließlich:
- ÖAG-Qualitätssaatgutmischungen
- Saatgut mit geprüften und empfohlenen Sorten
Klimaanpassung mitdenken
Dürrejahre zeigen deutlich, dass viele ältere, stark raygrasbetonte Bestände an ihre Grenzen kommen. Experten empfehlen deshalb, bei Nachsaaten verstärkt Arten einzubauen, die auch längere Trockenphasen überstehen, wie:
- Knaulgras
- Wiesenschwingel
- Rohrschwingel
- Wiesenrispe
- Luzerne
- Weißklee
Fazit
Die Wahl des Saatgutes sollte sich immer an Standort, Nutzungsintensität, Schadens-
ursache und zukünftigen Klimarisiken orientieren. Besonders nach Dürreschäden sind Mischungen mit einem höheren Anteil trockenheitsverträglicher Arten den klassischen, stark raygrasbetonten Nachsaatmischungen häufig überlegen. Eine standortangepasste Qualitätsmischung ist daher die wichtigste Grundlage für einen langfristig ertragreichen und widerstandsfähigen Grünlandbestand.
ursache und zukünftigen Klimarisiken orientieren. Besonders nach Dürreschäden sind Mischungen mit einem höheren Anteil trockenheitsverträglicher Arten den klassischen, stark raygrasbetonten Nachsaatmischungen häufig überlegen. Eine standortangepasste Qualitätsmischung ist daher die wichtigste Grundlage für einen langfristig ertragreichen und widerstandsfähigen Grünlandbestand.
Nähere Infos
Ing. Christian Meusburger: T 05574/400-330 oder E christian.meusburger@lk-vbg.at